Polnischer Jazz-Saxophonist Janusz Muniak gestorben

31.01.2016 17:32 von jazz (Kommentare: 0)

 

Janusz Muniak - Foto: Hans Kumpf

 

 

Warschau/Krakau. 
Man hatte es schon geahnt. In seiner Sendereihe „Puls jazzu““, die jeweils Dienstagabend im 2. Hörfunkprogramm vom Polskie Radio läuft, berichtete Pawel Brodowski, dass Janusz  Muniak nach einem schweren Herzinfarkt seit Anfang des Jahres im Krankenhaus liege.  Und der Chefredakteur der weltweit renommierten Fachzeitschrift „Jazz Forum“ brachte dazu eine berührende Ballade, gespielt von dem dann 74-jährig verstorbenen Tenorsaxophonisten, der noch im Dezember 2015 sowohl in Krakau als auch in Warschau vital gejazzt hatte.
 
 
Muniak wurde am 3. Juni 1941 in Krakau geboren und starb dort am 31. Januar 2016. Ab 1963 wirkte er in der freejazzigen Formation “Jazz Darings“  des Trompeters Tomasz Stanko mit. Außerdem kooperierte Janusz Muniak mit den polnischen Jazzlegenden Andrzej Trzaskowski und Krzysztof Komeda.  Zudem waren die Amerikaner Hank Jones, Freddie Hubbard, Charlie Ventura und Don Cherry zeitweise seine musikalischen Partner, beispielsweise beim Festival „Jazz Jamboree“.
 
 
Auch mit dem englischen Star-Geiger Nigel Kennedy, der Krakau als seine Wahlheimat auserkoren hat, und mit dem Saxophonisten Emil Mangelsdorff spielte der stilistisch vielseitige Muniak zusammen. In der ehemaligen polnischen Hauptstadt führte Janusz Muniak ein eigenes Jazzlokal. Seine im Herbst 2015 erschienene CD „Contemplation“ wurde zu seinem künstlerischen Vermächtnis. „Wohl seine beste Platte überhaupt“, meinte Pawel Brodowski im „Jazz Forum“.
 
 
Als am Todestag von Janusz Muniak im nach dem Komponisten Witold Lutoslawski benannten Radio-Studio ein Jazzkonzert stattfand, rief der junge Saxophonkollege Grzech Piotrowski das Publikum in dem Konzertsaal auf, für den Verstorbenen eine Gedenkminute einzulegen. Tags darauf würdigte die Presse Muniak als einen Künstler , der von „ganzem Herzen ein Musiker” war, nannte ihn einen „herausragenden Musiker” und lobte ihn als „bunte Gestalt” der Jazz-Szene.

 

(haku)

 

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