Leléka aus Berlin gewinnt 10. Europäischen Nachwuchsjazzpreis in Burghausen

08.03.2018 17:36 von jazz (Kommentare: 0)

 

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Gewinner des Nachwuchsjazzpreises der Stadt Burghausen eröffnet die 49. Internationale Jazzwoche Burghausen 

 

Außer der Ehre, das renommierte Jazzfestival vor der leicht ergrauten Jazzrockband Blood, Sweat & Tears eröffnen zu dürfen, gewann die "Ethno-Jazzband" ein Preisgeld von 5.000 Euro. Die vier Musiker von Leléka verflechten ukrainische altertümliche Motive mit Jazzrhythmen. „Das ist Musik wie aus einem Traum. Man sieht abgeerntete, weite Felder, man hört einen kraftvollen Groove und die wirklich unglaubliche Stimme von Sängerin Viktoria Anton“, so die Jury. Vor allem die lebensbejahende, gefühlvolle Stimme der Sängerin, die in ihren Songs selbstverständlich leicht, emanzipierte Geschichten von unzufriedenen Frauen, die ihre Männer auf dem Markt verkaufen, erzählt, hat Publikum und Jury gleichermaßen überzeugt. Nebenbei erwähnt ein Novum, denn Publikum und Jury waren in den vergangenen zehn Jazzpreis-Jahren nicht immer einer Meinung. 

 

Der zweite Platz ging an die Vokal-Formation „Of Cabbages and Kings“ aus Köln, bestehend aus vier Frauenstimmen, die mal Brecht, mal Shakespeare auf einzigartige Weise für sich adaptieren. Die Sängerinnen „mit Stimmen wie Irrlichter, die ohne Effekte, effektvoll wirken“, so das Urteil der Jury, nehmen ein Preisgeld von 3.000 Euro mit nach Hause. Den dritten Jazzpreis (1.000 Euro) erhielt das Auxane Trio aus Frankreich, wobei Pianist Auxane Cartigny zudem den spontan ausgelobten Solistenpreis, der ebenfalls mit 1.000 Euro dotiert ist, von der Jury verliehen bekam.

 

Die Jury, die seit zehn Jahren unverändert aus Prof. Joe Viera (Leitung), Dozent und Musik-Journalisten Roland Spiegel (BR), Journalist Ralf Dombrowski (SZ) sowie dem freien Journalisten Reinhard Köchl besteht, hat sich anlässlich des 10. Nachwuchsjazzpreises mehreren Premieren gegenüber gesehen: „Noch nie war es so schwer, eine Entscheidung zu treffen, noch nie waren wir so stolz, solche Formationen ins Finale gewählt zu haben, noch nie hatten wir eine solche Vielfalt beim Jazzpreis Burghausen“, sagte Roland Spiegel zum Auftakt der Preisverleihung. Die Jury zeigte sich ob des Könnens der Nachwuchsmusiker beeindruckt und zuversichtlich: „Es zeigt vor allem auch, wie lebendig die große, junge internationale Jazzszene ist.“ Insgesamt hätte die Jury in den vergangenen zehn Jahren ca. 800 bis 1.000 CDs im Blindverfahren gehört, aber so richtig, richtig stolz auf die Endauswahl wie dieses Jahr waren wir noch nie“, sagte Juror Reinhard Köchl.

 

Auch die beiden weiteren Formationen, die ohne Preisgeld, aber nicht ohne Lob und Applaus nach Hause fahren, wurden von der Jury mehr als positiv bewertet. Das „Anton Mangold Quartett“ aus Würzburg „überzeugte mit vier absolut gleichberechtigten Musikern auf der Bühne, die kraftvollen Sound auf ganz hohem Niveau“ abgeliefert hätten. Und auch „Stadtgespräch“ aus Köln mit einem klassischen Jazz-Quartett und einem Streicher-Quartett beeindruckte das Publikum im ausverkauften Burghauser Stadtsaal und die Jury: „Sie haben eine sehr reizvolle Verzahnung der Gespräche zwischen den Streichern und den Jazzern geschaffen – sehr spannend“, formulierte Roland Spiegel. Insgesamt hatten sich 64 Nachwuchsformationen bei der Interessengemeinschaft Jazz e.V. beworben. Fünf Bands kommen ins Finale.

 

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