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THIS IS AN ARCHIVED HISTORICAL PAGE FROM 1998
smalls, New York


183thWest 10ht at 7th Avenue

More Jazz in New York

New York bietet Jazzfreunden jeden Tag ein reichliches Programm und einige der dortigen Jazzclubs sind legendär. Im Greenwich Village finden sich im Umkreis von einigen hundert Metern 3 herausragende Jazzclubs: Das Village Vanguard, das Sweet Basil - und: smalls. Zu den ersten beiden muß man nicht allzuviel sagen - es gibt wohl kaum jemanden der nicht einen Live-Mitschnitt aus dem ... zuhause im "Plattenschrank" hat. Hochkarätige (etablierte) Musiker in einem etwas touristischen Umfeld mit durchaus happigen Eintrittspreisen. Allemal einen Besuch wert wenn die "richtigen" Musiker dort spielen und an der Bar ist es auch etwas billiger...
Der dritte in der Gruppe gehört zu einem etwas anderen Typ.

smalls - der Name ist in verschiedener Hinsicht Programm. Die Räumlichkeiten sind in der Tat ziemlich klein. Nachdem man einige halsbrecherische Stiegen in den Keller hinabgestiegen ist findet man in einer schummrigen Beleuchtung vielleicht 60 Sitzplätze, einige bequem gepolsterte Sitzbänke an der Wand, ansonsten um kleine wacklige Tischchen verteilte Stühle. Die Wände sind ziemlich willkürlich mit Photographien aller möglichen Jazzgrößen gepflastert. Die Bühne ist für die Besucher in der ersten Reihe ohrenbetäubend nahe, daneben ein Flügel.
"Small" sind auch die Eintrittspreise, 10$ für alle Konzerte und dafür wird Musik von 10 p.m. bis 8 a.m. versprochen. Nach der eigentlichen Hauptgruppe des Abends wird bis in den Morgen mit den "After Hour House Bands" gejammt. Zusätzlich gibt es für das Eintrittsgeld noch freie Getränke und etwas zu knabbern. Die Getränke sind allerdings alkoholfrei, smalls ist nicht im Besitz einer liquor-license. Das überwiegend junge Publikum hat dementsprechend seine kleinen braunen Tütchen (die sind auf den Straßen N.Y.s nötig um die Jugend vor dem verderblichen Anblick des Alkohols zu schützen) aus dem nahegelegenen Liquor-Shop mitgebracht...
"Man kennt sich" offensichtlich und jeder zweite Besucher begrüßt den Besitzer mit "Hi, Mitch". Je nach Konzert nützt es aber auch nichts mehr ein Freund vom Mitch zu sein - wenn es voll ist ist es voll!

Das Programm ist im wesentlichen "modern Jazz", der Betreiber von smalls, Mitch, bevorzugt bei der Auswahl noch weniger bekannte aber hochkarätige Musiker. An den drei Abenden die ich dort 1996 verbrachte war der bekannteste Name Dewey Redman, leider war ausgerechnet der alkoholbedingt nicht ganz Herr seiner Sinne und - nachdem er mit einigen Stunden Verspätung eintraf - kaum in der Lage die letzten drei Stücke mitzuspielen. Kein großer Verlust weil die anderen Musiker hervorragend aufgelegt waren und der "Ersatz"-Saxophonist Redman keine Minute vermissen ließ. Durchweg exzellente Mitspieler hatte die Jason Lindner Big Band, die zur Zeit jeden Montag im smalls spielt. Kein Wunder wenn man die Einwohnerzahl New Yorks und die Anziehungskraft der Stadt auf kreative Talente bedenkt. Originelle und spannende Musik von Musikern denen anzumerken ist, daß sie noch unverbrauchten Spaß an der Sache haben. Besonders empfehlenswert ist auch das sonntägliche "Composer Forum", wo lokale Musiker ihre eigenen Stücke präsentieren.

Über das aktuelle Programm (aller Jazzclubs New Yorks) kann man sich am besten in der Village Voice informieren oder bei smalls direkt unter 212 - 929 - 7565.





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