Norbert Schneider & Band (MA)

07.07.2017 (20:00)

 

Pfingstbergschule Mannheim, pfingstbergschule-mannheim.de

 

Norbert Schneider & Band

 

Jetzt kommt der Blues sogar schon aus Österreich. Noch dazu mit viel Wiener Schmäh und Charmoyanz. Eigentlich ist das gar nicht so verwunderlich, denn Österreich hatte schon immer den Blues. Zum Beispiel in Person Alexis Korners, Sohn eines österreichischen Kavallerieoffiziers, der als „Vater des britischen Blues“ galt. Der Jazzer Oskar Klein konnte ganz wunderbar den Blues auf der akustischen Gitarre spielen. Auch die östereichische Liedermacher-Szene hatte immer wieder mal den Blues. Und heute nun der in Wien geborene Norbert Schneider.

 


Durch das musikalische Elternhaus angeregt, erlernte er zunächst klassische Violine. Fasziniert von der rauhen Energie des Blues griff Schneider im Alter von 15 Jahren zur Gitarre. Durch intensives Hören dieser Musik studierte er im Alleingang seine musikalischen Vorbilder. In dieser Zeit entdeckte er neben dem Musizieren auch seine zweite Leidenschaft: das Komponieren. „Das Schreiben eigener Stücke und die Selbstinszenierung waren die eigentlichen Gründe, warum ich nach meiner Klassikzeit nicht mit dem Musizieren aufgehört habe.“ Mit seiner Stimme, die drei Oktaven umfasst, und seiner halbakustischen Gibson-Gitarre schlägt er zunächst eine Brücke zwischen verschiedenen Musikstilen wie Blues, Soul und Pop; inzwischen hat er die Palette noch erweitert und sammelt seine Sounds fast auf der ganzen Welt und ohne jegliche Berührungsängste ein. Schneiders Vielschichtigkeit und Kreativität spiegelten sich immer auch in seinen zahlreichen musikalischen Projekten wider, deren Repertoire vom Swing über den R´n´B und Gospel bis hin zum Blues reichten. Folgerichtig wurde dem Musiker denn auch im März 2009 der 1. Vienna Blues Award verliehen. Weitere Preise, Charterfolge, Alben, eigene Tourneen oder solche im Vorprogramm zB von Simply Red folgten, bis Schneider bei sich, ganz zuhause, ankam. So spielte in seinen Anmerkungen zum Album „Schau ma mal“ Österreichs ewiger Popstar Falco eine erstaunlich tragende Rolle; zudem sang Schneider bereits hier Songs von Georg Danzer. Anfangs war das mit dem Deutsch singen ein Experiment. Schuld daran sei im Grunde genommen seine Großmutter gewesen. Sie erklärte ihm, so Schneider, seine Musik sei ja eigentlich ganz gut, aber sie verstehe halt von den Texten nichts.

 

Schneider auf Deutsch gibt es auch auf seinem Album „Entspannt bis auf die Knochen“ – der Titel ist ganz Programm. Ausschließlich mit Songs aus der eigenen Feder bestückt, klang alles, was er beim letzten Mal noch leicht klagend, aber unbekümmert zu singen beliebte, äußerst gelassen und entspannt – bis auf die Knochen eben. Die Songs klingen immer noch österreichisch gemütlich, strahlen aber auch moderne Eleganz und selbstbewussten Witz aus. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Schneider 2016 bereits zum zweiten Male mit dem Amadeus Award bedacht wurde.

 

 

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