Oren Ambarchi bei Enjoy Jazz 2017 in Lobenfeld

05.10.2017 00:01 von jazz (Kommentare: 0)

 

Oren Ambarchi

 

Spärlich beleuchtet, ein einfacher Tisch beladen mit Mixern, Effektgeräten, allerlei Kabelei, und eine E-Gitarre liegt zunächst im Hintergrund herum. Der Arbeitsplatz von Oren Ambarchi, Komponist, Multiinstrumentalist, freier Improvisator. Einer, der als Free Jazz Schlagzeuger begann, sich in der Noise Szene tummelt, mit Musikern wie John Zorn zusammenarbeitet… - man konnte in etwa absehen, was beim zweiten Enjoy Jazz Festival 2017 zu erwarten war. Dass, wie Festivalchef Kern meinte, Ambarchis Musik eine zeitgemäße Kirchenmusik sein könnte, wollten nicht alle Besucher der gut besuchten Veranstaltung teilen: einige Wenige ergriffen die Flucht. Denn Wohlklang und Wohlfühlmusik füllte den Kirchenraum definitiv nicht.

 

Die E-Gitarre spielt fast eine Nebenrolle, die Klangentwicklung und - schichtung geschieht mit den Effektgeräten. Das ist zwar elektronisch aber bemerkenswerterweise fast schon retro, ohne Computer –Elektronik handgemacht.

 

Man könnte Joachim-Ernst Behrends Wort: „Die Welt ist Klang“ wenden und Ambarchis Werk als „Ich werfe Klang in die Welt“ interpretieren. In seiner Musik gibt es keine Melodien, beim oberflächlichen Hören kaum Strukturen, wenig Wohlklang, stattdessen Sounds und Geräusche – manchmal bis an die Schmerzgrenze.  

 

Und keine Komposition – zumindest keine im klassischen Sinn, stattdessen: instant composing. Die Entwicklung von Musik aus der Inspiration des Augenblicks heraus, Musik als Unikat bei jedem Konzert. Es ist ein Spiel mit Klängen, mit Patterns,  dem Aufbau von dynamischen Bögen und mit einer langsamen Entwicklung von Strukturen zur Geräuschsortierung - gewisse Fixpunkte sind bordunartige Klänge und sich wiederholende Elemente. Das intensive und faszinierende Hörerlebnis geht nach weniger als 60 Minuten zu Ende. 

 

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