„I´m
here“ hauchte sie bei ihrem Auftritt Ende 1997 in Mainz ins Mikrophon.
Eartha Kitt, von Orson Welles einst als die aufregendste Frau der Welt“
bezeichnet, hat über die Jahre die Magie ihrer ganz eigenen höchst
erotischen, Ausstrahlung bewahrt. In kürze werde sie 71 Jahre jung,
kokettierte sie mit ihrem Alter, wohl wissend, dass das Publikum in ihr
die Raffinesse der reifen Frau bewunderte.
Kaum eine andere knurrte, hauchte, zischte, flötete und sang sich so virtuos durch alle Tonlagen, nuanciert in feinen Abstufungen und phrasierte dabei so jazzig. Eine Mischung aus kehligem Lockruf und selbstbewusster Zurückweisung, aus Sinnlichkeit und Sprödigkeit. Keine andere beherrschte die Gratwanderung zwischen coolem Vamp und ewiger Kindfrau wie diese Sängerin aus dem Süden der Vereinigten Staaten.
Eartha Kitt stammte aus einfachen Verhältnissen, wurde 1927 als
Tochter eines Baumwollpflückers geboren. Der Durchbruch gelang ihr
Anfang der 50er Jahre, als Orson Welles sie für seinen „Faust“ auf die
Bühne holte. Berühmt wurde Eartha Kitt als „Batwoman“ in der
Fernsehserie Batmann. Politisch verursachte die farbige Sängerin einen
Eklat, als sie 1968 bei einer Einladung ins Weiße Haus den Vietnamkrieg
kritisierte und in der Unterhaltungsindustrie in Ungnade fiel. In en
80er Jahren feierte sie ein Comeback und stand noch bis vor wenigen
Wochen auf der Bühne sowie im Studio.
Am 25. Dezember 2008 starb Eartha Kitt in New York an Darmkrebs.
Text und Fotografie:
Klaus Mümpfer