Triosence in Schwäbisch Hall am 21.10.2017

23.10.2017 11:17 von jazz (Kommentare: 0)

Bernd Schüler - Foto: Hans Kumpf 

Text und Fotografien: Hans Kumpf

 

Mit Wohlklang durch die ganze Welt

 

Die Gruppe Triosence gastierte erneut in der Hospitalkirche von Schwäbisch Hall und begeisterte mit vergnügter Musik bei der Reihe „Jazztime“

 

Schwäbisch Hall. Der norddeutsche Pianist Bernhard R. Schüler konzertierte im April 2013 auf der Comburg, zwei Jahre später beim Jazz-Art-Festival und jüngst bei der Reihe „Jazztime“ nochmals in der Hospitalkirche. Aber jedes Mal wies sein international erfolgreiches Ensemble „Triosence“ eine andere Besetzung auf. Der nun neue dritte Mann stand am Kontrabass: Omar Rodriguez Calvo, ein in Hamburg heimisch gewordener Kubaner, der zunächst durch die Kooperation mit dem Pianisten Peter Tingvall bekannt wurde.

  

Bei „Hidden Beauty“, dem Titelstück der auf dem Obama-berühmten Schloss Elmau bewerkstelligten pressfrischen CD, unterstrich der virtuose Saitenmann mit ausgefeiltem Bogenspiel, dass er ein absoluter Gewinn für die Combo ist. Johlender Zwischenapplaus von über hundert Zuhörern war dem drahtigen Saitenkünstler nach seiner Soloeinlage sicher.

  

Begonnen hatte der Abend, der federführend vom Konzertkreis Triangel zusammen mit dem Kulturbüro und dem Jazzclub organisiert wurde, mit dem am 24. Dezember (!) 2007 komponierten studentischen Schüler-Opus „As If It Was Yesterday“, einem Stück, welches – völlig ohne Beatles-Bezug – mit einem 4/4-Takt und Dreiertakt metrisch variabel munter hin- und herpendelt. Auch bei anderen tonschöpferischen Werken des gewitzten Bandleaders umschmeicheln sich die Melodien geradezu - und auch so manche harmonische Wendung erscheint einem da irgendwie schon vertraut. Déjà-vu-Erlebnisse sowie Ohrengefälliges allenthalben, besinnliche Balladen samt „blue notes“ sorgen für Wohlfühlstimmung.

  

Triosence - Foto: Kumpf

 

Bei vielen Auslandstourneen hat Triosence den musikalischen Horizont noch mehr erweitert und integriert globale Kulturerfahrungen in die Performances der akustischen Art. Chinesische Pentatonik, lateinamerikanische Rhythmen, Samba aus Brasilien und das afrikanische Daumenklavier „Kalimba“ beispielsweise finden sich in dem vergnügten Reigen wieder.

  

Bernhard Schüler versprüht auch rein optisch bei seinem konventionellen Steinway-Flügelspiel enorme Lebensfreude, und sein langjähriger Partner Stephan Emig demonstriert, dass er als präzise zuschlagender Drummer taugt und auch perkussionistischen Kleinkram gewieft bedienen kann. Zuweilen tun es auch die bloßen Hände auf den Bongotrommelfellen.

  

Triosence ist längst im „Music-Bizz 0.4“ angekommen. Im WWW gibt sich das Trio von Bernhard Schüler gut vernetzt. Übers Internet wird die Musik intensiv vertrieben, und auch ein 136-seitiges liedtextfreies Songbook mit gedrucktem Notenmaterial der letzten Platte haben die online-Aktivisten produziert. 

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