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Bigband Goethe Gymnasium Emmendingen

Arno Krokenberger

Froots

Zweiklang: Simon Kanzler, Christian Luz

Georg Lange, Kati Brien, Felix Gschwind |
Die letzte der vier
Regionalentscheide des Wettbewerbs „Jugend jazzt“ fand
im Jazzhaus Freiburg statt. Dort konnten sich drei
Gruppierungen ein Ticket für das Finale in Stuttgart
ergattern.
Insgesamt zwei Combos konnten sich in der
Breisgaumetropole für die Endrunde in der
Landeshauptstadt qualifizieren.
Einen unorthodoxen Sound brachte „Zweiklang“ (Bühl) in
das „öffentliche Vorspiel“ ein – ein Duo bestehend aus
dem Saxofonisten Christian Luz und dem Vibrafonisten
Simon Kanzler. Beide begabten Schüler sind Jahrgang
1988. Verblüffend wie Simon Kanzler, der in Ottersweier
wohnt, simultan mit vier Schlägeln die Metallplatten
seines Instruments zum Schwingen und Swingen bringt. Als
vor vier Jahrzehnten der Amerikaner Gary Burton diese
virtuose Technik einführte, galt diese als absolute
Weltsensation, heutzutage gehört sie fast zum Standard.
Stilistisch war die Musik jetzt angesiedelt zwischen
Cool Jazz und kammermusikalischer Minimal-Music.
Gernot Ziegler hat in der Musikschule Offenburg das
Quintett „Froots“ unter seine Fittiche genommen. In
dieser Gruppe stachen der Pianist Konrad Hinsken und
erst recht der Saxofonist Nils Fischer durch reizvolle
und kreative Eigenkompositionen hervor. Kontrabassist
Simon Schallwig hat sich bereits im Jugendjazzorchester
des Landes Baden-Württemberg bewährt, und kongeniale
Partner waren noch der Trompeter Udri Stephan sowie der
Schlagzeuger Marco Dufner. Und versierte Improvisatoren
sind die Mannen von „Froots“ allemal.
In der Sparte „Big Band“ beteiligte sich ein
Großensemble vom Emmendinger Goethe-Gymnasium. In
orangefarbenen Trikots traten die swingenden Pennäler an
– und gewannen. Betreut wird die „Goethe Groove
Connection“ von Joachim Müller, und ihm gelang es, ein
Big Band mit harmonischem und exaktem Zusammenspiel
aufzubauen. Fetzig kam da Dizzy Gillespies „A Night In
Tunisia“ her, und bei der Ballade „My Funny Valentine“
besann man sich auf die coole Attitüde des legendären
Trompeters Chet Baker. Nochmals auf den Schwarzen
Kontinent ging es bei „Ulla In Africa“, einer
Komposition des Altsaxofonisten Heiner Wiberny,
arrangiert von Peter Herbolzheimer. So manches Solo der
Emmendinger Jungjazzer geriet erstaunlich gut. Eine
klare Sache, dass die dreiköpfige Jury (Frieder Berlin,
Werner Englert und Hans Kumpf) das Schülerensemble zum
„Endspiel“ ins Stuttgarter Theaterhaus schickte.
Arno Krokenberger, derzeit Internatsschüler in
Maulbronn, hatte sich eine Woche zuvor als Klaviersolist
dem Urteil der Jury gestellt - und hat es ebenfalls ins
Landesfinale geschafft. Beim Regionalentscheid in
Allensbach verblüffte der 15-Jährige, dessen Elternhaus
in Blaubeuren steht, mit seinen handwerklichen
Fertigkeiten und seinen kreativen Fähigkeiten. Selbst so
bekannten Evergreens wie „Autumn Leaves“ und „Stella By
Starlight“ gewann Arno Krokenberger neue harmonische
Facetten ab.
Der Marbacher Gitarrist Felix Gschwind, der nun in
Konstanz Jura studiert, brachte zum Wettbewerb in die
Bodenseegemeinde als Spielpartner den aus Affalterbach
(ebenfalls Landkreis Ludwigsburg) stammenden Trompeter
Georg Lange und die Fellbacher Abiturientin Kati Brien
mit. Der 23-jährige Bandleader nennt seine sehr
kammermusikalische Gruppierung ohne Bass und Schlagzeug
„Trialog“ und trug Eigen- als auch bekannte
Fremdkompositionen vor. Mit geradezu professionellem
Können in Zusammenspiel und Improvisationsvermögen
wartete das Ensemble auf – kein Wunder, denn ein jeder
von diesem Trio hat bereits reichlich Erfahrung im
renommierten Jugendjazzorchester des Landes
Baden-Württemberg gesammelt.
Am 27. September dürfen die 14 Tage zuvor in Stuttgart
ermittelten Sieger in den Ludwigsburger „Bauer Studios“
eine CD aufnehmen. Das Preisträgerkonzert samt Übergabe
der frisch gepressten Silberlinge steigt am 22. November
im Stuttgarter Theaterhaus. Diese Veranstaltung wird
dann der SWR mitschneiden. Der Landesmusikrat
Baden-Württemberg organisiert schon seit 1979 den
Contest „Jugend jazzt“.
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