Oliver Leicht [Acht.]
RÄUME
 



J4E 4794 VÖ: 24.04.2009


Oliver Leicht (cl, as), Norbert Scholly (g), Ingmar Heller (b), Jens Düppe (dr),
Christine Chapman (fr-h), Christian Jaksjo (euphonium), Klaus Heidenreich (tb),
Ed Partyka (b-tb, tu)

Oliver Leicht (cl, as), Norbert Scholly (g), Ingmar Heller (b), Jens Düppe (dr),
Christine Chapman (fr-h), Christian Jaksjo (euphonium), Klaus Heidenreich (tb),
Ed Partyka (b-tb, tu) 

 

Durch Musik Räume zu kreieren, für den Zuhörer verschiedenste Stimmungen zu erschaffen, sie zu zeichnen, zu beschreiben, dabei jedoch der eigenen Fantasie keine Grenzen zu setzen – das vollbringt die Musik des Ensembles [Acht.]. Auf der neuen und zweiten Veröffentlichung dieser Band entsteht der Grundriss eines solchen akustischen Gebäudes durch acht Kompositionen und Arrangements von Band-Leader Oliver Leicht. Die Grundfläche, die Formen, Ausmaße und Farben sind dadurch vorgegeben, jedoch wird der jeweilige Raum erst durch das Zusammenwirken des Ensembles endgültig gestaltet und noch verfeinert, und jedesmal neu entworfen durch die Improvisationen der einzelnen Solisten. Die Musik wird dabei stilistisch nicht eingegrenzt. So findet man Anleihen aus elektronischer Musik, kammermusikalische Klänge und Passagen ebenso wie massivere Sounds und Grooves aus Jazz und Pop.

Die außergewöhnliche Besetzung Jazz-Quartett plus tiefes Blech alleine macht daraus schon ein wunderbares Erlebnis – das allerdings erst komplettiert und fein gezeichnet wird durch die persönlichen Interpretationen der einzelnen Musiker. Klaus Heidenreich (tb), Christian Jaksjø (euph), Norbert Scholly (g) und Ingmar Heller (b) sind neben Oliver Leicht (cl, as) solistisch zu hören. Jens Düppe am Schlagzeug dabei in die Rolle des Sideman zu drängen, würde seinem Zutun bei weitem nicht gerecht. So viele Farben und Stimmungen entstehen maßgeblich durch sein Spiel und gemeinsam mit Ingmar Heller bietet er allen Solisten nicht nur Fundament, sondern auch Inspiration zur Gestaltung in jegliche Richtung. Dasselbe gilt im übertragenen Sinn für Christine Chapman (fr-h) und Ed Partyka (b-tb, tu). Beide runden den warmen Blechklang nach unten und oben hin ab, erwecken aber umso intensivere Emotionen durch ihre Fähigkeit, jeder Note Leben einzuhauchen. Auch und gerade durch die in der Besetzung angelegten Vielschichtigkeit des Ensembles schafft es [Acht.], fließende Übergänge von Combo- bzw. kammermusikalisch angelegten Stellen bis hin zu fast schon orchestral anmutenden Partien zu erschaffen.

Eine neue Erfahrung an Klang-Räumen!