Schlosser I Weber I Böhm I Huber I Binder
L 14,16

J4E 4760

Axel Schlosser (tp), Steffen `Larose` Weber (ts, ss),
Rainer Böhm (p), Arne
Huber (b), Lars Binder (dr)

Rec. January 3 & 4, 2002 at Studio 44, Monster, NL by Max Bollemann

Als "fünf starke Individuen, die als geschlossene Band spielen" beschrieb die Jury die Sieger des 24. Internationalen Jazz-Wettbewerbs in Hoeilaart/Belgien: die Musiker der Band "L 14,16". "L 14,16" ist die Adresse einer Bar in Mannheim und es ist der Name eines der momentan stärksten jungen Jazz-Ensembles Deutschlands, das sich dort formierte. Beim Wettbewerb in Belgien wählte die Jury "L 14,16" unter den 62 Bewerberbands einstimmig zum Sieger.

Ob neu arrangierte Jazz-Evergreens oder die Eigenkompositionen in der Tradition des Hard Bop: Die Musik von "L 14,16" ist voller Energie und Variation. Alle fünf Musiker sind jünger als 30 Jahre, doch stehen sie schon kurz vor dem internationalen Durchbruch.

Vorne spielen Trompeter Axel Schlosser (26), jüngstes Mitglied der Bigband des Hessischen Rundfunks und Saxofonist Steffen "Larose" Weber (27), Dozent an der Musikhochschule Mannheim und Gast bei Jazz-Festivals von Montreux bis Istanbul. Pianist Rainer Böhm (24) ist Träger des Jazz-Preises der Stadt Nürnberg 2002 und hat in den vergangenen zwei Jahren beim internationalen Klavier-Solo Wettbewerb in Montreux den zweiten Platz belegt. Auch in Belgien verlieh ihm die Jury einen Sonderpreis für den besten Solisten. Baß spielt Arne Huber (25), der sonst Jürgen Seefelder und Adrian Mears begleitet; Schlagzeuger ist Lars Binder (29), der zahlreiche CDs in den USA und in Deutschland einspielte.

Die "Nürnberger Nachrichten" zum Preisträger-Konzert mit "L 14,16" am 22.06.2002:

".... Drei Pianisten mit ganz persönlichen Handschriften sorgten beim Jazz-Festival für eine lange, abwechslungsreiche Klaviernacht. Ein junger Tastenlöwe mit Löwenmähne spielte zum Auftakt in der Tafelhalle: Rainer Böhm bedankte sich mit einer Extra-Komposition für den Internationalen Jazzpreis der Nürnberger Nachrichten, gestiftet von Verleger Bruno Schnell. Solo und mit seinem Quartett überzeugte der Preisträger das Publikum, darunter viele Prominente und Musikerkollegen, im Handumdrehen davon, dass die Jury eine gute Wahl getroffen hat. Der eigens angereiste Ex-Nürnberger Bandleader Peter Herbolzheimer schwärmte von dessen "Riesentalent", der Jury-Vor-sitzende und Laudator Walter Schätzlein lobte dessen Spielwitz. Wolfgang Stolpe von den Nürnberger Nachrichten überreichte den Preis, der mit 5000 Euro dotiert ist, an den viel versprechenden Pianis-ten aus Ravensburg. Der 25-Jährige ließ sich nicht lange bitten: Impressionismus und Improvisation sind die beiden Pole, zwischen denen sich Rainer Böhm behände und stilsicher bewegt. Frisch und energiegeladen geht auch sein Quintett mit Steffen Weber (sax), Martin Auer (tp), Arne Huber (b) und Lars Binder (dr) zur Sache. Bemerkenswert ist Böhms stilistische Offenheit, mit der er in seinen Kompositionen die verschiedensten Elemente von Hard-Bop und Klassik unter einen Hut bringt. Die Tradition dient dabei als musikalischer Steinbruch. Das Ergebnis klingt nicht akademisch angestrengt, sondern locker und verspielt. ..... ".