Yannick Délez - Boréales

10.10.2013 14:01 von jazz (Kommentare: 0)

 




Unit Records UTR 4271

 

Der Schweizer Pianist Yannick Délez liebt die verspielte Romantik und Lyrismus. Auf dem Flügel erzählt er Geschichten von poetischer Eindringlichkeit. Seiner Biografie ist zu entnehmen, dass er die Kunst des Uhrmachers erlernt hat. Wahrscheinlich ist seine Präzision und Anschlagästhetik, seine Fähigkeit, Kompositionen auf den Kern zu reduzieren und wieder zusammenzufügen auf diese Erfahrungen zurückzuführen – wie beispielsweise seine Bearbeitung von Jerome Kerns „All the things you are“ verrät..

„Boréales“ nennt Délez seine neue Solo-CD. Auf ihr spielt er pointilistisch, fast minimalistisch anmutend und dennoch harmonischen Reichtum verratend. Mit Ausnahme weniger Stück wie das abschließende „Réminiscence“ arbeitet der Pianist mit hellen Klangfarben, die - wäre man in der bildenden Kunst – eine impressionistisch lichtdurchflutete Stimmung zaubern. Ostinate Tontrauben und Triller glitzern über fließenden Melodielinien. 

Délez improvisiert über eine Reihe betitelter Kompositionen und lässt seine perlende sowie verspielte Tastenkunst in viele kleine Miniaturen einfließen. Da drängt sich manchmal der Eindruck auf, dass er in strengen Formen improvisiert – glücklicherweise aber nie akademisch wirkt. 

 

Auf „Boréales“ präsentiert der Schweizer Künstler eine reife, und intime, virtuos vorgetragene Musik, die selbst in balladesken Teilen immer beschwingt bleibt und von leichtläufigem Tempo vorangetrieben wird. Ich habe die CD vor der Besprechung dreimal hintereinander angehört und dennoch keinen Moment der Langeweile erlebt. So wünsche ich mir eine Solo-Einspielung.

 

(km)

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