Wolfram Knauer (Hrsg) - Albert Mangelsdorff -Tension / Spannung

10.10.2013 12:28 von jazz (Kommentare: 0)

 

Darmstädter Beiträge zur Jazzforschung, Band 11

Albert Mangelsdorff, einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Jazz ist trotz seines internationalen Ansehens stets ein bescheiden und seiner Heimatstadt Frankfurt treu geblieben. Der Posaunist, der das mehrstimmige Spiel auf seinem Instrument perfektioniert und die Posaune als Solo-Instrument etabliert hat, stand im Zentrum des 11. Darmstädter Jazzforums unter dem Titel „Tension / Spannung“. Das Motto war bewusst gewählt worden, denn mit Tension (1963) und auch Now Jazz Ramwong hat sich der deutsche Jazz vom amerikanischen Vorbild abgenabelt. Das damalige Albert Mangeldorff-Quintett wandte sich evolutionär dem neuen europäischen Jazz zu, denn der Posaunist war, wie Wolfgang Sandner in seinem biografischen Beitrag zu Recht betont, kein Revolutionär - während Gunter Hampels „Heartplants“ von 1964 vielen als erste deutsche (gemäßigte) Free-Jazz-Einspielung gilt. 

In 13 Beiträgen beleuchteten Experten 2009 die verschiedenen Facetten und Einflüsse des Musikers Albert Mangelsdorff. Neben der Person des Künstlers und dessen Werk waren auch die Verzweigungen des neuen Jazz in Deutschland und Europa sowie seine Verknüpfungen mit der Soziologie, der (Plakat-)Kunst und der Historie Gegenstand der Betrachtungen. Da lag es zum Beispiel nahe, sich mit der vokalen Expressivität im instrumentalen Spiel zu befassen, wenn ein Musiker wie Albert Mangelsdorff mit seine Posaune Geschichten erzählt oder eine „Lerche“ singen lässt, wenn Vokalisten des Jazz von Norma Winston bis Al Jarreau ihre Stimme instrumental einsetzen. In einem anderen Beitrag liest man mit Interesse, wie Mangelsdorff und deutsche Jazzer der Musiktradition – in diesem Fall dem Volks- und Kunstlied- begegnen. „Der rote Faden des Forums von 2009 ist dabei letztlich die musikalische Offenheit, die Albert Mangelsdorff vorgelebt hat“, heißt es im Nachspann.

Der Leiter des Darmstädter Jazz-Instituts, Wolfram Knauer, hat die Beiträge in einem immerhin mehr als 300 Seiten umfassenden Buch vorbildlich zusammengefasst und als Beitrag zur Jazzforschung, Band 11, veröffentlicht. Die Texte sowie die das Forum begleitenden Konzerte sind durch zahlreiche Bilder dokumentiert und ergänzt.

 

Das Buch ist beim Wolke Verlag in Hofheim erschienen und kostet 27 Euro (ISBN 978-3-936000-05-4)

 

 

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