The Bassface Swing Trio + Ralf Hesse

10.10.2013 14:23 von jazz (Kommentare: 0)

 



LC 05699

„Das ist Trio-Musik, wie sie meiner Ansicht nach klingen soll“, kommentiert der Pianist Thilo Wagner beim Konzert das Spiel des Bassface Swing Trios, in dem er selbst am Flügel sitzt. Hier in der Rüsselsheimer Jazzfabrik wurde die CD des Trios mit dem Gast-Trompeter Ralf Hesse live mitgeschnitten. 


Der Pianist des Emil Mangeldorff-Quartetts und Bigband-Leiter ist ein Poet des melodischen Spiels mit einer Vorliebe für flinke Triller sowie fließende Läufen. Der Swing des Trios bleibt von Experimenten des neuen Jazz unberührt Dies ist pure Ästhetik und lupenreiner Swing, der in die Beine geht sowie auf höchstem Niveau unterhält. Dem Trio zur Seite steht Ralf Hesse mit Trompete und Flügelhorn, Gründer eines Ensembles mit dem bezeichnenden Namen „Sunday Night Orchestra.“


Hesse pflegt einen warmen und runden Ton. Typisch ist seine Komposition „Found an lost“, die Wagner mit verspielten Single-Note-Linien auf dem Flügel einleitet. Gedämpft klingt Hesse selbst in Stakkato-Läufen auf der gestopften Trompeter etwa in einem Up-Tempo-Stück wie „Billy Boy“ in der Bearbeitung von Red Garland. Diese Komposition mit den zahlreichen Breaks des Schlagzeugers Florian Hermann, den kommentierenden Akkordeinwürfen des Pianisten und dem straight marschierenden Bass von Jean-Philippe Wadle interpretiert das Trio, auf eine zeitlose und gleichzeitig erfrischende Weise. 


Für dieses Konzept exemplarisch ist das Hesse-Arrangement von Bert Kaempfers Trompeten-Schnulze „Strangers in the night“ im Walzer Rhythmus. Dem dunkel timbrierten Thema auf dem Flügelhorn folgt eine Zerlegung der Harmonien und der Melodie. Wagner greift das Thema auf dem Piano auf, wandelt es ebenfalls bis auf die Grundstrukturen ab und setzt es wieder zusammen. Flügelhorn und Piano treffen sich irgendwann in einer kurzen Uni-sono-Passage und lassen das Stück ausklingen. In ausgiebigen Soli verrät der Bassist unerschöpfliche Fantasie bei harmonischen Wendungen und verzierenden Linien.

Ray Browns „Dejection Blues“ mit dem Ruf-Antwort-Spiel von Trio und Trompete belegt, dass die Combo sich in der Tradition von Brown, Gene Harris und Oscar Peterson wohl fühlt. Mit rasenden Akkordreihen baut Wagner Spannungsbögen, die er durch geschickte Breaks auflöst , während Hesse seine Trompete geschwätzig und mit spitzen High-Note-Schreien erzählen oder gebrochen hauchen lässt.

 

(km)

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