Swing Kids - Stella by Starlight

10.10.2013 12:16 von jazz (Kommentare: 0)

 


(Bezug über die Immanuel Kant Schule Rüsselsheim, Evreuxring 25, 65428 Rüsselsheim, Tel- 06142 60339-0

Die lässig relaxte Einleitung des Pianisten Sebastian Groël trifft gut den Charakter des Moten-Swing, der in seiner reduzierten Form stark an den Klavierstil und die Riffs von Count Basie erinnert, der in seiner Frühzeit in der Moten- Bigband in die Tasten griff. Auch das anschließende „Bye-Bye Blackbird“ ist zwar nicht von kompositorischer Raffinesse geprägt, aber es bildet eine harmonische Grundlage für ein einfühlsames Solo des Posaunisten Moritz Wesp. Die IKS-Swing-Kids verfügen über eine Vielzahl von für ihr Alter erstaunlich eigenständigen und reifen Solisten, unter denen zweifellos die Altsaxophonistin Johanna Klein, der noch sehr junge Fabian Dudek am Tenorsaxophon, mit Monk´scher Anlehnung der Pianist Nico Hering in „Tristesse“, der Gitarrist Christian Peter in „Revelation“ sowie mit Billie Holidays „God Bless The Child“ die Sängerin Marina Galm hervorgehoben werden können. Ganz abgesehen vom Jan Peter Linay am Schlagzeug, der mit Groël die vorliegende CD „Swing Kids by Starlight“ produziert hat.


Die Big Band der Rüsselsheimer Immanuel Kant Schule erweckt auf ihrer jüngsten CD „Swing Kids at Starlight“ eine Reihe bekannter Standards mit eigenständigen Arrangements zu neuem Leben, auch wenn sich die Leiter Jens Hunstein, Heiko Hubmann und Horst Aussenhof wie beim Finale der Blues-Ballade „Stolen Moments“ durchaus an die Worte des Komponisten Oliver Nelson halten, der lapidar anwies „Das Stück endet ruhig. 


Makellos sind die Präzision der Einsätze, die Geschlossenheit des kompakten und zugleich differenzierenden Bläser-Satzes in Unisono- wie in mehrstimmigen Tutti sowie die solide Unterstützung der Rhythmusgruppe, die mit Breaks kurze solistische Glanzlichter in den Big-Band-Sound setzen. Dirigent Hunstein hat die Big-Band in getragenen wie in Up-Tempo-Stücken fest im Griff. Dass die Band bei diesem technischen Vermögen sich erfolgreich mit humorvollen Einlagen versucht, kann der Hörer nachvollziehen, wenn die Swing Kids in „I Wanna Be Like You“ die Laute von Tieren der afrikanischen Steppe interpretieren. 


Von besonderem Reiz ist in der Ballade „Stella by Starlight“ das Klangfarbenspiel, das das Saxophon von Markus Lihocky in einen ruhig fließenden Bläserteppich einbettet und später umspielt, sowie der von einem Drum-Break eingeleitete schnelle Mittelteil, nach dem die Band wieder zum getragenen Thema zurückkommt. Gelungen ist das tänzerisch beschwingt „Tristesse“ und vor allem das abschließende „Revelation“, das nahezu sakral und hymnisch beginnt, um dann treibend zu grooven. 


Bewiesen haben die IKS Swing Kids ihr musikalisches Können in mehreren Wettbewerben. In diesem Jahr gewann die Band der Tom-Gaebel-Preis im bundesweiten Skoda-Wettbewerb des Deutschen Musikrates, in den Jahre 2006, 2008 und 2010 gleich dreimal an Schul-Big-Band-Wettbewerb des Hessischen Rundfunks. Lohn für dieses Triple waren Aufnahmen im Studio des „hr“, wo diese vorbildlich abgemischte CD „Swing Kids by Starlight“ entstanden ist.

 

(km)

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