Review: Zurich Jazz Orchestra feat. Isa Wiss - Song

17.02.2014 15:47 von Klaus Mümpfer (Kommentare: 0)

 

 

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„Video killed the radio-star“ ist eines der Stücke, die das Zurich Jazz Orchestra auf seiner CD „Song“ mit der Sängerin Isa Wiss interpretiert und beweist das Gegenteil. Auf diesem dritten Tonträger der Schweizer Big Band wagen die Musiker um den Orchesterleiter Rainer Tempel aus Tübingen einen risikoreichen Spagat zwischen klassischem Big-Band-Jazz, heimischer Tradition und bekannten Pop-Songs. Das ZJO präsentiert sich dabei als eine musikalische Kraft, die sich der heimischen Kultur annimmt und dabei den Beweis antritt, dass diese Bewhrung, Pop-Integrationen und aktueller Big Band Jazz in überraschende und eigenwillige Zusammenhänge gebracht werden können - nicht als ein Gegen- oder Nebeneinander, sondern als spannende Symbiose von Klangwelten.

 

Ob es nun krachende Tutti einfühlsame Soli wie das des Saxophonisten Adrian Pflugshaupt und die warme Fügelhornstimme von Wolfgang Häuptli sind, oder die unterstreichende und treibende Begleitung der Luzerner Sängerin, die Big Band hat einen ganz eigenen Sound und eine originäre Klangfarbe in der Abstimmung der Bläser-Sections gefunden. Wechsel in Metrum und Tempo gelingen nahtlos, die Einsätze sind präzise und folgen einer spannungsreichen Logik. Isa Wiss setzt ihre ausdrucksvolle und wandlungsfähige Stimme routiniert ein.

 

Das faszinierende Collagenspiel „Paint it black“ von den Rolling Stones kommt ebenso selbstverständlich rüber wie dazu kontrastierende der Cole-Porter-Klassiker „I love Paris oder „King of Pain“ von Police. Gemeinsam mit der Sängerin hat das Schweizer Orchester diese Grenzüberschreitungen auch dank der vorzüglichen Arrangements glänzend bewältigt. Auch wenn die Big Band kaum Experimente wagt, sondern in der Tradition verwurzelt bleibt, so zeigt sich dennoch, dass sie mit dem passenden Klangfarbenspiel zugleich auch modern zu klingen vermag.

 

(km)

 

 

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