Review: Sven Bergmann Quartett - Upstream

01.09.2015 23:45 von jazz (Kommentare: 0)

 

CD Cover Bergmann Upstream
 

Wunderbar Records

 

Sven Bergmann und Oliver Bartkowski

On A Movie Trip

WJ 005 (Kat.-Nr. 61143)

 

Mal lyrisch verspielt und melancholisch, melodieselig wie in „Fallen Angel“, mal groovend und treibend sowie mit kraftvollem Anschlag wie in „Through the Storm“ oder im schnellen „Blue Sun“ leitet der Pianist Sven Bergmann das Quartett mit dem hörbar ebenfalls soundprägenden Flügelhornisten Matthias Bergmann. Kongenial unterstreichen die hervorragenden sowie sensiblen Rhythmiker Bill Elgart am Schlagzeug und der Bassist Stefan Werni die beiden Klangfarben-Spezialisten. Elgart Soloparts in „Through the storm“ oder „Blue sun“ können den Zuhörer förmlich mitreißen. Dagegen kommt die Stunde des Bassisten mit dessen Solo im eher lyrischen „Fallen Angel“. Doch das sind nur wenige der zehn Titel des bemerkenswerten Albums „Upstream“, auf dem das Quartett ausschließlich Kompositionen des Pianisten Sven Bergmann interpretiert.

 

Die Stücke sprechen für den feinen Geschmack des kreativen Schöpfers, die Umsetzung für das technische sowie musikalische Vermögen der vier Musiker. Verwurzelt in der Tradition des modernen und swingenden Mainstreams zeugen die Kompositionen von ausgefeilten und raffinierten Interaktionen. Der Pianist liebt offensichtlich sperrige Läufe ebenso wie fließende Linien, erzeugt Spannung durch Ostinati wie in „Maybe some other time“ und wechselnde Tempi. „Upstream“ ist daher stärker als „gegen den Strom“, aber auch im Sinn von „stromaufwärts“ zu verstehen.

 

Feinheiten dieser Musik lassen sich bei mehrmaligem Hören stets neu entdecken. Die Stücke bestechen weniger durch Innovation als durch die Virtuosität des sensiblen und homogenen Zusammenspiels der Musiker sowie deren überbordende Spielfreude.

 

Etwas älter ist die Duo-Produktion von Bergmann und Bartkowski mit Gästen wie der Sängerin Daniela Rothenburg und dem Gitarristen Burkhard Wolters sowie den Sound-Effekten und der Programmierung durch Rudy Kronenberger. Bartkowski und Kronenberger  untermalen das im Vordergrund stehende Klavierspiel Bergmanns dezent. Das spannende und leicht tänzerische Spiel des Pianisten oder in einem Filmsong von „Bullit mit dem Gitarristen Wolters besticht auch in den geschmackvollen neuen Arrangements aus anderen Filmen wie „Mission Impossible“, dem Bond-Schinken „Live Or Let Die“ mit den leicht rauen Stimme von Daniela Rothburg oder „Halloween“ und Taxi Driver“. Tastendes Single-Note-Spiel und zarte Läufe animieren zum relaxten Hinhören. Das Spiel erinnert in manchen Arrangements an das Spiel der Pianisten aus der Stummfilmzeit. Das ist Musik zum Genießen.

 

(km)

 

 

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