Review: Richard Bargel & “Dead Slow Stapede“ - It´s crap

10.11.2014 14:48 von Klaus Mümpfer (Kommentare: 0)

 

Cover
 

Meyer Records no 199

 

Der deutsche Blues-Sänger, Gitarrist und Songwriter Richard Bargel ist ein Blues-Poet, auch wenn der Titel seiner neuen CD „It´s crap“ in seiner Derbheit dies nicht vermuten lässt. Die Texte seiner zwölf Songs bewegen sich zwischen bitterböse und zynisch, sind ebenso witzig und ironisch, manchmal gar absurd, doch in seiner melancholischen Grundhaltung immer auch berührend. Sie sind, wie Bargel in seinem „Autumn Blues“ singt „teardrops of a misty day“.

 

Geschickt ist der Einsatz der Bandmitglieder und Gäste je nach den Stimmungen und Aussagen der Lieder. Das spielt Joachim Gellert Tuba in „You got no brains“, die amerikanische Bluesharp-Legende Charlie Musslewhite per Overdub-Recording im Titelstück sowie in „Devils Bar-B-Que“. Freddy Koella ist wie im „Little Children Blues“ mit Mandoline und Violine zu hören, Pianist Laurenz Gemmer in  „Out of tune“. Auch wenn Bargel hin und wieder in seinen Liedern  an Tempo zulegt, so ist die Stimmung der CD insgesamt eher ruhig und besinnlich sowie bitter melancholisch: „Lady of the black bamboo“ assoziiert mit „her kiss is poisoned“ und der Vortragsweise eine Art Seelenverwandtschaft mit Leonard Cohen, „Little children Blues“ spricht mit dem Satz „She´s gone and no cry won´t bring her back“ für sich selbst. Bargel spielt neben der  akustischen Slide-Gitarre, die stählerne Dobro mit ihren schwebenden Klängen und Banjo.

 

Kongeniale Begleiter sind für Richard Bargel, bei dem die Erholung von einem Hörsturz offensichtlich ungeahnte Kräfte fei gesetzt hat, die Musiker der Band „Dead Slow Stampede“. Mit ihnen hat der Meister des Blues mit seiner unverwechselbaren Stimme und Gitarrenspiel eine emotional fesselnde und anrührende Scheibe vorgelegt. „It´s crap“ ist eine der besten und faszinierendsten Blues-Einspielungen, die ich in den zurückliegenden Jahren gehört habe. Der Hörer kann Charlie Musslewhite verstehen, der  mit absoluter Begeisterung schreibt: „I like it´s crap“.

 

Vorzüglich ist das Begleitheft mit guten Fotos und vor allem mit den Texten aller Songs.

 

(km)

 

 

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