Review: New Orleans Dixie Stompers - Jazz was born in New Orleans

29.11.2014 17:53 von Klaus Mümpfer (Kommentare: 0)

 

Cover
 

Barbara Acher Verlag Weilheim

 

Seit 1988 gibt es die New Orleans Dixie Stompers aus Weilheim schon. Weit weg von Nostalgie oder Bierseligkeit intoniert die Formation um den Vater Julius sowie die Söhne Micha und Markus Acher Stücke aus eigener Feder, wie auch Klassiker ohne dabei auch nur eine winzige Spur  künstlerischer Eigenständigkeit zu verlieren. Schon die Titel verraten, dass sich die Formation, nicht in bierseligen Dixieland Kopien verliert. Dafür sorgen neben dem Senior an der Posaune sowie Micha an der Trompeter und Markus am Schlagzeug noch der Gitarrist Alex Czinke, Stefan Schreiber mit Klarinette und Saxophon und der Bassist Karsten Gnettner. Schon die Titel weisen auf die stilistische Bandbreite der Band hin. „Warum nicht mal ein Walzer“ „Lost in the Blues“ oder „Bossa für Noriko, Yuri + Jan“ bewegen sich musikalisch neben den ausgetretenen Pfaden des New-Orleans-Revivals. Zur Charakterisierung trifft schon eher die Titelkomposition „Jazz was born in New Orleans“ zu, ein Stück, das Julius Acher gesanglich untermalt.

 

Die Kompositionen, mit Ausnahme von „Mackie Messer“ und „After you´ve gone“ aus der Feder der Familie, werden eher zurückhaltend, als gleißend und vordergründig auf Effekte bedacht, gespielt. Bestechend sind vor allem die filigranen und perlenden Läufe des Gitarristen sowie die melodisch und harmonisch einfühlsamen Linien des Kontrabassisten. „Rock me“ ist der Titel eines ungemein swingenden Stückes mit klarer Trompeter und singendem Saxophon sowie erdig abrundendem Posaunenspiel. Von ästhetischem Reiz ist der Standard „After you´ve gone“ mit den für den traditionellen typischen Verschränkungen der Melodielinien der einzelnen Instrumente sowie die Tempo-Beschleunigung in der Mitte der Komposition. „Thank God it´s Friday“ belegt zwar die glänzende Technik der Musiker (auch des Gitarristen am Banjo), fährt aber ein wenig zu stark in ausgefahrenen Spuren.

 

Bemerkenswert sind das reibungslose Zusammenspiel der Musiker und der runde Sound der Kollektive. „Jazz was born in New Orleans“ von den „New Orleans Dixie Stompers“ ist ein lohnenswertes Erlebnis für die Freunde des traditionellen Jazz, die Dixie mal etwas außerhalb der üblichen Klischees genießen wollen. 

 

(km)

 

 

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