Review: „Kicks & Sticks“ Landes Jugend Jazz Orchester Hessen - Wunderland

07.08.2016 22:15 von jazz (Kommentare: 0)

 

Wunderland Cover
 

 

Chaos CACD 8454

 

Für das Jazz-Vocal-Ensemble coacht der Leiter des Landes-Jugend-Jazz-Orchesters Hessen, Wolfgang Diefenbach, talentierte  junge Vokalisten und schickt sie zu einem Meisterkurs der berühmten „New York Voices“. Auf der neuen CD „Wunderland“ – 70 Jahre Hessen 1946 – 2016“ des Jugendorchesters  „Kicks & Sticks“ singen die Voices meisterhaft ein Medley der größten Hits der Andrew Sisters von „Boogie Woogie Bugle Boy“ bis „Say Si Si“ sowie „Li´L Darlin´“ und andere Kompositionen. Den männlichen Part übernimmt der niederländische Soul- und Jazzsänger Humphrey Campbell mit seiner samtweichen Stimme in einem Nat-King-Cole-Medley. Weitere Stars der CD mit den legendären Kompositionen sind Madeline Bell mit Duke Ellingtons „Don´t get around much anymore“ und Bill Ramsey, der als langjähriger Wiesbadener dem Hit „Fly me to the moon“ seine unverwechselbare, bluesgetränkte Stimme leiht und mitreißend scattet. Letztlich wäre noch der Altmeister des Jazz, Emil Mangelsdorff, zu nennen, der in Count Basies “Down fort he Count“ den Saxophonpart interpretiert.

 

Im Mittelpunkt der Präsentation stehen aber die jungen Musiker des hessischen Jugendjazzorchesters. Unter dem kompetenten Dirigat Diefenbachs, der Saxophonsatz-Leitung des Swing-Spezialisten Christian Seeger und „zusammen mit Zeitzeugen den Einfluss amerikanischer Musikkultur seit dem Zweiten Weltkrieg“  (so das CD-Heft“) spielen sie in originaler Bigband-Besetzung einfühlsam reflektiert 13 bekannte Stücke. Es spricht für die vielfach ausgezeichnete Formation, dass sie die schwierige Aufgabe unterschiedlicher Jazz-Ausdrucksformen von Glenn Miller und Benny Goodman über Duke Ellington und Tito Puente bis zum deutschen „Wunderland bei Nacht“ von Klaus-Günter Neumann technisch und musikalisch bravourös meistert. Als Beispiel für die orchestrale und sangestechnische Leistung sei Hoagy Carmichaels „Stardust genannt“, das ganz sicher nicht zu den schlichten Melodien zählt und höchste Präzision verlangt – auch wenn die Komposition zu den erfolgreichsten ihrer Ära gehört.

 

Mit bewundernswerter orchestraler Leichtigkeit und dem entsprechenden Swing-Feeling zünden die jungen Musiker das Bigband-Feuerwerk, das den Originalen weitgehend nahe kommt. Die neue CD ist ein hörenswertes Dokument für die Förderung des Jazz bei den Kicks & Sticks samt Voices und für den Leiter Wolfgang Diefenbach.

 

(km)

 

 

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