Review: Karolina Strassmayer & Drori Mondlak – Klaro

07.01.2016 09:57 von jazz (Kommentare: 0)

 

Cover
 

 

Of mystery and beauty

 

Lylipad music LPM 623

 

Die Altsaxophonistin Karolina Strassmayer sowie ihr Lebenspartner, der Schlagzeuger Drori Mondlak, bewegen mit ihrem Quartett „Klaro!“ auf etablierten Pfaden des modernen, melodischen und swingenden Jazz.  Egal in welchem Genre sich die Künstler bewegen, ihre Musik iststets voller Passion, Neugier und Lebenslust. Der musikalische Bogen ihrer neuesten Klaro-CD „Of mystery and beauty“ spannt sich von kraftvoll, spritzigen Grooves zu poetischen Balladen und explosivem Swing. Das getragene „Postcard from a quiet place“ bläst die Saxophonistin mit hingebungsvoller Seele und ausdrucksstarken Emotionen. Rainer Böhm lässt hingetupfte Akkorde aus den Tasten des Pianos perlen, während Mondlak und Bassist John Goldsby die Stimmung sensibel und zurückhaltend unterstreichen.

 

Schnell und spritzig interpretiert das Quartett „Fanfare from another world“. Kraftvoll brechen sich Neugier und Lebenslust ihre Bahn. Mondlak outet sich in einem verschachtelten und polyrhythmischen Solo, um dann im swingenden Metrum zum Thema auf dem Saxophon überzuleiten. Im Titelstück „Of mystery and beauty“ fasziniert Goldsby mit einem langen, harmonisch spannenden Solo bevor sich Böhm mit hingetupften Single-Notes und Akkorden einschaltet sowie Strassmayer balladesk und weich ihren Part auf dem Alto bläst.

 

„Wandering“ klingt wie andere Kompositionen vertraut mit dem fließenden Pianolauf und melodischen Bass-Solo, die von dem stärker werden Saxophon abgelöst werden. Im gewohnten Mainstream fühlt sich der Zuhörer zuhause. Karolina Strassmayer und ihre Partner spielen ihre Musik ohne Experimente auf technisch und musikalisch hohem Niveau. Hinzu kommt die traumhaft sichere und einfühlsame Kommunikation der Vier, die die Musik von Klaro auszeichnet.

 

Das Quartett verbindet die Lyrik der Folklore etwa im Flötenstück „Still in her ears“ mit der rhythmischen Präsenz des amerikanischen Jazz und der harmonischen Raffinesse der europäischen Klassik, heißt es in der Promotion. Beispiel für diese Mixtur mag auch das einleitende Duo von dunklen Trommelschlägen und expressivem Saxophon sein, das in den schnellen wie in den langsamen Passagen sowie bei voller Expressivität nie seinen kantablen Charakter verleugnet. Oder das rhythmisch mitreißende „Side to side“.

 

(km)

 

 

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