Review: Jazz Ensemble Baden-Württemberg - Doors without words

01.09.2015 23:48 von jazz (Kommentare: 0)

 

Jazz Ensemble Baden-Württemberg - Doors without Words cover
 

JnA 7415 (JazznArts Records)

 

„Light My Fire“ reißt emotional mit. Das dunkel-raue Saxophon von Sebastian Nagler und die Hammond-Orgel von Johannes Bartmes verleihen gemeinsam mit dem Rest des Ensembles dem Doors-Hit einen treibenden Groove. Kontrastreich stehen dagegen das lyrische „Blue Sunday“ mit dem eher sanften und jazzigen Saxophon von Peter Lehel, das auch in den Stakkato-Linien  weich bleibt sowie das sensible Trompeten-Spiel von Thomas Siffling. Die Songs sind neue und nur teilweise gewagte Arrangements von Hits der „Doors“.

 

The Doors waren eine US-amerikanische Rockband. Die Gruppe gilt als eine der einflussreichsten Bands der 1960er Jahre. Ihre Hits zählen noch heute zu den gefragtesten Ohrwürmern. Ist es da verwunderlich, dass sich die beiden Organisatoren des Jazz-Ensembles Baden-Württemberg, Lehel und Siffling dem Thema "The Doors" annahmen?

 

Mit der grundlegenden Neuausrichtung des Ensembles bestreiten sie für das Jazz-Ensemble neue musikalische Wege. Die Besetzung wurde verändert und auf eine instrumental interessante Oktett-Besetzung erweitert. Dabei werden junge aufstrebende Musiker ebenso integriert wie mit dem Gitarristen Jo Ambros ein weiterer Jazzpreisträger des Landes Baden-Württemberg.

 

Entstanden ist das Programm The Doors without words“. Für die oftmals überraschenden Arrangements, in „Light my fire“ oder „Riders on the storm“ aber unverkennbaren Kompositionen konnte der international renommierte und in Berlin lebende Nicolai Thärichen gewonnen werden.

 

Die Zuhörer dürften begeistert sein, wie das musikalische Erbe der „Doors“ in jazzigen Gewand und improvisatorischer Verwandlung der Themen in ausgefallener Besetzung zu klingen vermag, wobei neben dem Gitarrenpart von Jo Ambros, wie in „Waiting fort he sun“, vor allem die Bläser verantwortlich zeichnen. Aber auch Arrangements wie beispielsweise „Touch me“ oder das fast freie Intro und das nachfolgende filigrane Gitarrensolo von „The End“ sprechen für die Originalität.

 

Mit den Doors-Adaptionen ist dem Jazzensemble Bad-Württemberg ein künstlerisch hochwertiges Aushängeschild für die Qualität und Bandbreite der Jazzszene des Landes gelungen. Gleichzeitig war es die richtige Entscheidung der Initiatoren, sich auch programmatisch auf etwas Neues einzulassen und die Zielgruppe der Hörer zu erweitern. 

 

(km)

 

 

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