Review: Christof Sänger - Willow weep for me

03.02.2014 00:52 von Klaus Mümpfer (Kommentare: 0)

 

Christof Sänger - Willow weep for me
 

Laika Records 07577

 
Der Pianist Christof Sänger ist ein brillanter Techniker, bei dem virtuoses Spiel nie zum Selbstzweck gerät. Auch auf seiner neuen CD „Willow weep for me“ erweist er sich als ein kreativer Improvisator, der sich ebenso sensibel wie leidenschaftlich in die Musik von Jazz-Legenden wie Hoagy Carmichael, in Duke Ellington, George Gershwin oder gar Klassikern wie Frederic Chopin versenken kann.

 

Sänger, der seit 2010 als ständiger Pianist in der Frankfurter Traditional Jazzband Barrelhouse in die Tasten greift, hat diese unterschiedlichen Musiken unter Wahrung ihrer Eigenheiten kompatibel arrangiert und ihnen seine unverwechselbare Handschrift auferlegt. De CD enthält so 17 persönlich ausgesuchte Werke der Klassik und des Jazz, was auch das Engagement erklärt, mit dem sich der Pianist den Kompositionen widmet.

 

Technische Brillanz beweist Sänger in rasanten, rollenden Läufen bei den Interpretationen von „Cherokee“ oder dem leider sehr kurzen „Nice work, if you can get it“, unaufdringliche Virtuosität prägt den Klassiker „My funny Valentine“ hintergründige Orchesterfülle Chopins „Fantasie impromtu“ oder tänzerische Leichtigkeit und Sinnlichkeit die Komposition „Valse“ des selben Komponisten in Verbindung mit Sängers „op. posth. 70,3“. Künstlerische Reife und ein in der Sensibilität reizvolles Gespür für Harmonien belegen alle Solo-Improvisationen dieser CD, die in der dramaturgischen Zusammenstellung von besinnlichen und schnellen Stücken für keinen Moment Langeweile aufkommen lassen. Kein Wunder, dass renommierte Jazzmusiker wie Ernie Watts die Zusammenarbeit mit Christof Sänger lieben und berühmte Pianisten-Kollegen wie Martial Solal ihn loben. Gershwins “I got rhythm“ ist ein würdiger Abschluss dieser CD: Nochmals breitet der Pianist die gesamte künstlerische Bandbreite seines Könnens aus.

 

(km)

 

 

Jazzpages

 

 

Zurück