Review: Bauer, Reffert, Schuster - Weltunnergangsblues

04.10.2015 23:47 von jazz (Kommentare: 0)

 

Weltunnergangsblues - Cover
 

Michael Bauer, Hans Reffert, Wolfgang Schuster - Weltunnergangsblues (Sprechtiraden und Musik)

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Manche Fans erinnern sich noch an die Auftritte Michael Bauers bei den Mainzer Open-Ohr Festivals oder im „Unterhaus“, an sein erstes großformatiges Buch „Dem Meier Jean soi Määnung“. Auch auf der neuen CD „Weltunnergangsblues“ pflegt der Pfälzer Liedermacher, Dichter und Komponist die Mundart seiner Heimat. Dieses Mal hat er sich aber mit dem Gitarristen, Flötisten und Komponisten Hans Reffert (unter anderem Guru Guru) und Wolfgang „Blueswolf“ Schuster zusammengetan, um in „Sprechitraden und Musik“ Idylle zu killen.

 

Das dritte Lied des CD „Bluessänger sein“ ist offensichtlich ein Bekenntnis Bauers, das einen Vorgeschmack auf den archaischen Blues und satirischen Sprechgesang des Pfälzers sowie seiner instrumentalen Begleiter vermittelt. „Wir vom Rand“ und die beiden Fassungen des „Weltunnergangsblues“ erinnern an den früheren Mundart-Satiriker und belegen, dass er nichts an Schärfe verloren hat.

 

Die Musik zeigt die Vorliebe Refferts zum Spiel auf der Hawaii-Gitarre schon im Opener „Grübel-Time_Blues“ und die musikalische Sensibilität Schusters. „Unsere Bluesbrüderschaft speist sich eher aus einem völlig inkonsequenten, aggressiven Pazifismus“, schreibt Michael Bauer. Die drei Künstler sind entschlossen, nach etwas zu suchen. Beispielsweise nach Idyllen, die sie sofort killen.

 

Die CD mit den Texten von Michael Bauer und den Gitarren Refferts und Schusters begeistert nicht nur Freunde des Blues. Sie weckt auch neues Interesse an der Mundartdichtung, die dennoch von unkundigen Zuhörern verstanden wird. Der „Weltunnergangsblues“ der Drei aus der Region dürfte weit über die regionalen Grenzen ausstrahlen und als gelungenes und humorvolles  Werk bezeichnet werden. Die „Sprech- und Klingmusik“ ist jedenfalls ein lohnenswertes Erlebnis.

 

 

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