Review: Andreas Hertel Trio - Keep the spirit

13.12.2015 23:58 von jazz (Kommentare: 0)

 

Cover
 

Andreas Hertel Trio feat. Dusko Gykovich und Tony Lakatos - Keep the spirit

 

Laika Records 3510328.2

 

Wenn Andreas Hertel seine neue CD „Keep the spirit“ nennt, dann kann er nur eines meinen: Bewahre die Tradition. Und das gelingt dem Wiesbadener Pianisten und Komponisten vorzüglich. Seine Finger gleiten über die Tasten des Instruments sensibel melodisch, melancholisch romantisch und zugleich bluesig swingend und groovend – ob er nun perlende Läufe in den Soli, Akkordeinwürfe zur Unterstreichung der Linien seiner Begleiter oder lyrische Singlenote-Reihen in den Balladen präsentiert. Mit von der Partie sind im seinem Trio der Drummer Jens Biehl und die Bassistin Lindy Huppertsberg. In den meisten Eigenkompositionen und Interpretationen von Standards gewann er zur Abrundung und Ergänzung des Sounds den Meister des beseelten Trompetentons, Dusko Goykovich, und den Virtuosen des souligen sowie bluesigen Saxophons, den Tenoristen Tony Lakatos.

 

Mit seinen Balladen wie dem „Blues for Lindy“ oder „All my life“ rühren Hertel und die Bläser  zutiefst die Seele der Zuhörer, mit den schnellen Stücken wie dem Opener „Ratz-Fatz“ oder Petersons „Blues for H.G.“ spricht die Formation die Motorik und Lebensfreude an. Leichtigkeit und Unterhaltung auf hohem Niveau sind die Spezialität des Wiesbadener Künstlers und Entertainers. Wie seine Idole besitzt Hertel die Gabe mit Niveau zu komponieren und zugleich die Zuhörer zu unterhalten. Experimente fließen nur hintergründig ein, harmonische und rhythmische Tradition dagegen ganz offen. Wenn Lindy Huppertsberg in „Waltz for Bill“ den Kontrabass mit dem Bogen streicht, Schlagzeuger Biehl in der Intro zu Ratz-Fatz“ oder in „One for Charlie“ nach dem reizvollen Bass-Lauf die Felle zum Vibrieren bringt, Goykovich seine gestopfte Trompete bläst und mit Lakatos unisono nahezu Bigband-Sound produziert, lehnt sich der Jazzfreund relaxed zurück.

 

„Mein Ziel ist es, zeitlose Musik zu schaffen, die nicht nur für den Jazzliebhaber interessant ist, sondern durch die Unmittelbarkeit auch Zuhörer mitreißt, die wenig mit dieser Musik zu tun haben“, sagt Andreas Hertel. Dieses Ziel erreichen er und seine Partner auch mit der CD „Keep the spirit“.

 

 

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