Review: Absolutely Sweet Marie Roads - Doves and other Stuff

11.10.2014 18:10 von Klaus Mümpfer (Kommentare: 0)

 

Cover
 

 

Absolutely Sweet Marie 
Roads, Doves and other Stuff / The Music of Bob Dylan

Tiger Moon Records TMR 001

 

2012 hat der Saxophonist Alexander Beierbach die Band „Absolutely Sweet Marie“ gegründet. Ihren Name beziehen die drei Bläser Steffen Faul (Trompete), Matthias Müller (Posaune), Alexander Beierbach (Tenorsaxphon) und der Schlagzeuger Max Andrzejewski von einem Song Dylans aus dem Jahr 1966.

Vier Musiker, die alle im Jazz und improvisierter Musik verwurzelt sind, transformieren Bob Dylans Kompositionen und arbeiten dabei mit den Werkzeugen ihrer eigenen musikalischen Hintergründe. Mit drei Hörnern und Trommeln, schafft die Band ein Kaleidoskop von Klängen und Grooves: zerbrechlich und getragen, aber auch kraftvoll und komplex. Kammermusikalisch inspirierte Passagen treffen auf dichte Kollektivimprovisationen, der Klang einer Blechbläser-Band kollidiert mit polyphonen Schichten. Manche Lieder sind zart und melodiös, cantabel und lyrisch wie das balladeske „Sad eyed lady of the lowlands“ sowie besinnlich, getragen, aber frei improvisierend, wie „Don´t think twice, it´s all ringht“, andere Stücke sind Up-Tempo-Interpretationen mit auseinander driftenden nahezu chaotisch wirkenden Läufen der Bläser und Kollektiven wie „In my time of dyin´“ oder Corrina, Corrina“. Die Bläser schaffen immer wieder collagenhafte Klangbilder, komplex und vielschichtig. Banddienlich unterstützend wirkt der Schlagzeuger eher im Hintergrund.

 

Einige der ausgewähltem Dylan-Songs werden von dem Quartett in ihrem Ganzen für die Viererbande umgeschrieben und arrangiert, wobei die stark textbezogenen Stücke in rein instrumentale Form übertragen werden, erläutert Beierbach. Oft würden auch nur bestimmte Teile der Dylan-Kompositionen verwendet und dienten in einem neuen musikalischen Kontext als Ausgangsmaterial für eigenständige Kompositionen wie das titelgebende „Roads, doves and other stuff“ aus der Feder Beierbachs mit einem ausgeprägten Schlagzeugsolo und folgendem Bläserkollektiv. Hymnisch erklingen Passagen von „Lovesick“ über einer Posaunengrundierung.

 

Die abwechslungsreiche CD überrascht immer wieder mit neuen Ausdrucksformen, und Klangfarben und ist in ihrer Konzeption weit mehr, als eine Übernahme der Dylan Kompositionen. Roads, doves and other stuff“ ist die erste CD auf Beierbachs neuem Label „Tiger Moon Records“ – ein gelungenes Debüt.

 

(km)

 

 

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