Paul Fox Collective - submerging & emerging

10.10.2013 13:38 von jazz (Kommentare: 0)

 




Jazz `n` Arts, JnA 5511

 

Selten treffen drei Worte so gut den Charakter einer Musik wie in diesem Fall das Versprechen, „verständlich, groovig, melodiös“. Ebenso zutreffend ist der Name der Formation. Denn das „Paul Fox Collective“ formt trotz aller gehaltvollen solistischen Ausflüge einen geschlossenen, ausgewogenen und homogenen Gruppensound, zu dem alle fünf Musiker und die Sängerin Stephanie Neigel gleichberechtigt beitragen. Der Schlagzeuger Paul Fox macht mit seinen knochentrockenen, knackenden und treibenden Spiel bereits im ersten Stück deutlichdeutlich, dass sein Instrument nicht allein “Rhythmusknecht“, sondern mit „tonangebend“ ist. Gleichzeitig gelingt es ihm auf bewundernswerte Weise sich nicht in den Vordergrund zu drängen, sondern die Band kongenial von Fellen und Becken aus zu führen.

 

Das Titelstück sowie „Crowded Places“ sind sicher Kompositionen, die die Gefühlslage des Bandleaders widerspiegeln. Sie beginnen lyrisch und verspielt, steigern sich im Verlauf zu expressiver Intensität und Emotionalität. gefühlvoll und sensibel präsentiert die Mannheimer Sängerin Stephanie Neigel „I´m sorry“, „tales within“ und „leaving it behind“.

Die Kompositionen pendeln zwischen tastender Romantik und groovender Expressivität. Verspielte und lyrische Parts wechseln sich mit swingenden und treibenden Up-Tempo-Passagen ab. Schwebende Sounds und ein reizvolles Klangfarbenspiel lassen keine Langeweile aufkommen. Ostinati sorgen wie in „Remember me“ an der richtigen Stelle für Spannung. In der Stimmung und Reduktion auf den Kern erinnert „Interlude“ ein wenig an Keith Jarrett und den frühen Dollar Brand. Beseelte Ästhetik strahlt die Titel-Komposition aus. Mit Markus Ehrlich an Tenor- und Sopransaxophon, dem Gitarristen Zacharias Zschenderlein, dem Bassisten Maurice Kuehn sowie Robert Kesternich an Flügel und den Fender Rhodes hat Paul Fox ein Kollektiv geschaffen, das nahezu ideal kommuniziert. Selbst ein gesprochenes Poem in „Wandering in the park“ wirkt im Verbund mit Kesternichs Tastenspiel keineswegs peinlich, sondern eher anrührend. Die Bandbreite des zeitgenössischen jungen Jazz wird ausgelebt, ohne dass die Musik beliebig klingt.

Dies Scheibe wird der Sammlung meiner Lieblinge zugeordnet, in die ich von Zeit zu Zeit eintauche

 

(km)

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