Massoud Godemann Trio - Open Letter

10.10.2013 12:16 von jazz (Kommentare: 0)

 


 Sena music Edition (LC10545)

Selbst Free-Interaktionen mit Bogenstrichen auf den Becken und hingetupften Single-Notes auf der Gitarre verraten den Hang des Komponisisten und Gitarristen Massoud Godemann zur ästhetisch geprägten Klangmalerei. Wenn dann noch wie in „OpenRange“ ein gestrichenes Bass-Solo Assoziationen an die europäische Romantik weckt, dann charakterisiert der oftmals lediglich als Klischee missbrauchte Begriff von „kammermusikalischem Jazz“ die Musik des Massoud Godemann Trios im besten Sinne des Wortes. Doch die Klangästhetik ist nur eine Seite des persischstämmigen Hamburger Künstlers Godemann. „Graviton Blues“ zeigt als schnelles, expressives und groovendes Stück die andere Seite der Seele eines Komponisten, der mit seinem Instrument zu den Poeten im zeitgenössischen Jazz zählt, der allerdings niemals die Tradition und Verwurzelung im Swing leugnet.

Reizvoll an der neuen CD des Trios mit dem Gitarristen Massoud Godemann, dem Bassisten Gerd Bauer und dem Schlagzeuger Michael Pahlich sind die Kontraste, die in Kompositionen etwa von „Shades of Colour“ stecken: die verspielte und transparente Leichtigkeit sowie der erdige und treibende Groove – Impressionen und Expressionen zugleich. Kontraste, die von den beiden Saiteninstrumenten getragen und vom gleichermaßen sensibel-flexiblen wie percussiven Schlagzeugspiel unterstrichen werden. Faszinierend sind in dem virtuos eingespielten Trio sowohl die filigranen Soli auf der Gitarre und die harmonisch abgerundeten Basslinien sowie die einfühlsamen Zwiegespräche Godemanns und Bauders. Das homogene Klangbild wäre auch undenkbar ohne die dienliche Untermalung und Unterstützung Pahlichs auf Trommeln und Becken.

 

(km)

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