Review: Lajos Dudas Quartet - Live at Salzburger Jazzherbst

26.10.2013 18:03 von Klaus Mümpfer (Kommentare: 0)

 

Lajos Dudas Quartet - Live at Salzburger Jazzherbst

Jazzsick records, 5067 JS

 

Man nehme „At Carmelo´s“ als Beispiel für die zeitlose und groovende Tonarchitektur der Formation. Lajos Dudas und sein Quartett bestechen bei dem Live-Mitschnitt des Konzertes anlässlich des Salzburger Jazzherbstes mit subtilen Klanggemälden wie beim nachfolgenden pulsierenden „Soft Waves“ oder mit klaren Linien auf der Gitarre von Philipp van Endert und der Klarinette von Lajos Dudas. Der Zuhörer fühlt in jeder Phase des Spiels die langjährige Erfahrung des ungarischen Klarinettisten sowohl in der Klassik, der E-Avantgarde und im swingenden und im freien Jazz.

 

Kritiker nannten den Künstler vor Jahren den „Innovator der Klarinette“. Das ist Lajos Dudas geblieben, auch wenn die Zeit der Szene inzwischen viele exzellente junge Klarinettisten beschert hat. Das flüssige, ideenreiche, geschmacksichere und virtuose Spiel zumeist in den hohen bis höchsten Lagen des Instruments wird beim Konzert in Salzburg hervorragend ergänzt von dem Gitarristen Endert, der schon seit vielen Jahren ein ihm sensibler und einfühlsamer Begleiter ist, sowie durch den stets präsenten, aber nie aufdringlichen Schlagzeuger Kurt Billker und den Perkussionisten Jochen Büttner.

 

Tonangebend sind jedoch neben den expressiven Soli des Ungarn und des Gitarristen die Duette von Klarinette und Gitarre, die einander umspielen und umranken, die in Ruf und Antwort-Interaktionen kommunizieren. Beispielhaft sei der „Urban Blues“ genannt, jene Komposition für die Lajos Dudas 1982 in Monaco ausgezeichnet wurde, und die bis zur vorliegenden Version nichts an Reiz und groovender Faszination verloren hat.

 

Eine Reminiszenz an seine klassische Ausbildung ist die jazzige Bearbeitung von Bachs „Bourrée“. Eigenwillig erscheint das emotionale und freie Zusammenspiel von Dudas und Endert in der Interpretation von Standards wie „All the things you are“ und „All of me“, in denen Bebop, Swing und freies Spiel miteinander verwoben werden.

 

(km)

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