Joachim Staudt Quartett - Drop in the ocean

10.10.2013 12:18 von jazz (Kommentare: 0)

 



Personality records PR06



„Drop in the ocean“ mahnt zur Besinnung und Ruhe, in der die Kraft des Ausdrucks liegen kann, wie auf diesem Album des Saxophonisten Joachim Staudt. Man findet den Namen des Musikers auch unter den Stichworten „Nostalgia“ und „Dinnerjazz“, Ersteres mag zutreffen, das Zweite bestimmt nicht, denn bei aller Traditionsverbundenheit und Romantik ist die Musik des Quartetts mit dem gleichermaßen virtuosen Gitarristen Frank Kuruc, dem Bassisten Axel Kühn und dem Schlagzeuger Daniel Kartmann voller Tiefe, Seele und harmonischer Schönheit. Manche Passagen – so das filigrane Gitarrenintro in „Long way home“ klingen zwar vertraut, doch das nimmt ihnen nicht den ästhetischen Reiz. Der Bassist hält sich mit Ausnahme weniger Soli wie in „December Song“ ebenso dienlich im Hintergrund wie der flexible Schlagzeuger und bildet mit ihm ein elastisches Fundament für die weit geschwungenen Melodiebögen von Gitarre und Saxophon. 

Unaufgeregt und unspektakulär sei die Musik heißt es in der Promotion. Aber gerade dies macht „Drop in the ocean“ so aufregend sowie zugleich melancholisch entspannend. Das Staudt-Quartett beweist, dass Kultiviertheit und kammermusikalische Disziplin eine gefangen nehmende Emotionaliät nicht ausschließen. 

Natürlich darf der Jazz-Fan beim Joachim Staudt-Quartett keine neuen Sounds und experimentellen Klangfarben erwarten. Diese einfach scheinende und doch komplexe Musik ist ganz einfach „nur“ schön und wie in „Light on water“ von geradezu nordischer Ruhe.

 

(km)

Zurück