Host Jankowski Quartett - Swinging Explosion

10.10.2013 13:58 von jazz (Kommentare: 0)

 



HGBS 20020 LP

Mit einer eher harmlos beschwingten Schwarzwaldfahrt katapultierte sich der Pianist, Komponist und Bandleader Horst Jankowski 1965 in die englischen und amerikanische Hitparaden. Sein „Walk in the Black Forest“ brachte ihm den Beinamen „Meister Schwarzwaldfahrt“ ein. Mit einem technisch virtuosen Spiel auf den Tasten, sprudelnden Ideen, kreativen Verzierungen und der frisch-frechen Art des Zitierens reihte er sich damals in die Riege der besten europäischen Pianisten ein. Im Alter von nur 62 Jahren ist Horst Jankowski 1998 an Krebs gestorben.

Die Schallplattenfirma MPS ist eng mit ihrer Heimat im Schwarzwald verbunden. Da ist es nur logisch, dass der Nachfolger HGBS Musikproduktion mit einer bislang unveröffentlichten Aufnahme aus dem Jahr 1971 an den Pianisten erinnert, der in diesem Jahr 75 geworden wäre. Die Stücke waren 1971 bei MPS eingespielt, aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen nie veröffentlicht worden. Jetzt hat der Sohn des Firmengründers Brunner-Schwer sie aus dem Archiv ausgegraben und mit je vier Stücken auf die zwei Seiten einer Vinyl-Platte gepresst. „Swinging Explosion“ des Horst Jankowski-Quartetts mit dem Gitarristen Sigi Schwab, dem Bassisten Hans Rettenbacher und dem Schlagzeuger Lala Kovacec belegt, wie swingend, elegant und spritzig, ja modern, Jankowski und Kollegen damals musizierten. 

So erscheint der Klassiker „How high the moon“ mit Metrenwechsel, groovenden Pianoläufen und einem E-Bass Spiel in einem durchaus zeitgemäßen Gewand. Nachdenklich und verspielt präsentiert Jankowski „A gentle good bye“ und mit Blues-Touch interpretiert der Pianist die „Honeysuckle rose“. Fernab jeglicher Showattribute, die dem Entertainer wegen seiner Film und Fernseh-Auftritte zu Lebzeiten angekreidet wurden, präsentiert „Swinging Explosion“ Jankowski als lupenreinen Jazzer – was bei Aufnahmen mit dem legendären Produzenten Brunner-Schwer zu erwarten war. 

 

(km)

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