Henning Wiegräbe / Peter Lehel Quartett - Bone Talks

10.10.2013 14:19 von jazz (Kommentare: 0)

 





Finetone FTM 8030

Es ist dieses Mal keine Symbiose von Klassik und Jazz. Der Posaunist Henning Wiegräbe ist zwar ein ausgewiesener Fachmann in Sachen Alter Musik, der sich in der Regel im musikalischen Umfeld von Renaissance und Barockmusik bewegt (wo die Posaune eine hervorgehobene Rolle spielte). Doch hin und wieder wünscht sich ein Klassiker (vor allem nach grenzüberschreitenden Erfahrungen), aus seinem Revier auszubrechen.

 

Der Jazzmusiker Peter Lehel hatte 2008 im Rahmen eines Kompositionsauftrages ein „Concertino für Posaune und Orchester“ für Wiegräbe geschrieben und damit eine ebenso intensive wie fruchtbare Zusammenarbeit begründet, die nun quasi als Fortsetzung der Partnerschaft in der CD „Bone Talks“ ihren Niederschlag fand.
Herausgekommen ist ein musikalisches Zusammenspiel, das relaxed und entspannt, aber doch voller innerer Spannung sensible Interaktionen von Wiegräbe, Lehel, dem Pianisten Uli Möck, dem Bassisten Mini Schulz und dem Percussionisten Dieter Schumacher präsentiert.


Das Programm bilden Jazzkompositionen von Peter Lehel, die er speziell für diese Besetzung schrieb und in denen er die Qualitäten und Besonderheiten der einzelnen Musiker heraushebt. Die Werke pendeln zwischen Swing und Jazz-Ballade, Funk, Jazz-Rock und europäischer Klassik. Wiegräbe bläst vor allem samtweiche und fließende Läufe, beweist in Tonansatz und –färbung souverän, dass ein klassisch geschulter Bläser auch im Jazz zuhause sein kann. Lehel spielt zumeist melodische und sangbare Linien. Hin und wieder kontrastieren wechselnd freiere und expressivere Improvisationen des einen zum anderen Instrument oder die Stücke grooven vehement wie in „Bb-Flat-A-Loogoo“. Insgesamt herrscht in diesem gradlinigen Mainstream jedoch Ästhetik - so beispielhaft in dem abschließenden „Reflective Mood“ vor.

 

(km)

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