Christof Sänger - Crossings

10.10.2013 13:44 von jazz (Kommentare: 0)

 




Laika, 3510276.2


Internationale Stars des Jazz schätzen den deutschen Pianisten Christof Sänger als technisch virtuosen und stilistisch ebenso vielseitigen wie sensiblen Begleiter. Auf seiner neuen CD „Crossings“ stellt er seine Fähigkeiten, Reife und Eigenständigkeit im Trio mit dem Bassisten Rudi Engel und dem Schlagzeuger Heinrich Köbberling erneut unter Beweis. Zu hören sind neben Standards wie Armstrongs „Struttin with some barbecue“, Erroll Garners „Misty“ oder Cole Porters „Every thing I love“ eine Reihe von Eigenkompositionen, die nicht immer voll überzeugen, aber durch die Interpretationen des Trios gefallen. Sängers perlendes, zupackendes und Time sicheres Spiel swingt stets und fasziniert durch seine federnde Lockerheit. Der Pianist kann aber auch verquer und sperrig greifen. Art Tatum ist ebenso verarbeitet wie Oscar Peterson oder Martin Solal. Zum swingenden Gesamteindruck tragen der Bassist mit seinem straight gezupften Bass und der Schlagzeuger durch seine flexible Trommel- und Besenarbeit einen gehörigen Teil bei.

Dieses Trio kommuniziert traumhaft sicher und unterstreicht in der sensiblen Begleitung das technisch makellose Tastenspiel, das glücklicherweise nie zum Selbstzweck missbraucht wird, sondern selbst altbekannte Klassiker zu neuem Leben verhelfen kann. Deutlich wird dies in den aufeinanderfolgen Interpretationen des schnellen “Struttin“ und der gefühlvollen Ellington-Komposition „Prelude to a kiss“. Kein Wunder, dass Ernie Watts Sänger ebenso schätzt wie die traditionell ausgerichtete Barrelhouse Jazzband, deren ständiger Pianist er seit dem vergangenen Jahr ist.

„Crossings“ ist ein treffender Titel. Die Musik des Trios belegt zugleich, dass Mainstream, wenn er inspiriert und künstlerisch auf diesem Niveau gespielt wird, nicht langweilen muss, sondern relaxend unterhalten kann.

 

(km)

Zurück