Caroll Vanwelden: Sings Shakespeare Sonnets

10.10.2013 14:18 von jazz (Kommentare: 0)

 




Jazz´n´Arts / In Akustik, JnA 6012

„Solange Ohren hören, Augen sehn,
besteht mein Lied, wirst du im Lied bestehn!“, Mit diesen Worten übertrug der Dichter-Kritiker Karl Kraus eines der Shakespeare-Sonnets. In Ergänzung schreibt die Pianistin, Sängerin und Komponistin Caroll Vanwelden zu ihrer neueste Einspielung „Caroll Vanwelden sings Shakespeare Sonnets“: „Als ich Shakespeare las, schufen seine Worten in meinem Kopf Melodien. Und ich wollte diese Gefühle in der Musik mit meinem Publikum teilen“. 

 

16 Sonette hat die Belgierin aus dem 154 Klanggedichte fassenden Werk des englischen Dichters aus dem Jahr 1609 vertont und interpretiert sie mit ausdrucksstarker und einfühlsamer Stimme. Mal sanft und unisono mit dem Flügelhorn von Thomas Siffling, mal drängend und schnell zu den Stakkato-Läufen der Trompete, mal sensibel zum harmonisch ausgefeilten Solo des Bassisten Mini Schulz oder eindringlich zur Percussion von Markus Faller, dem gestrichenen Bass und dem Flügelhorn – der Sängerin gelingt es in der Tat ihrem eigenen Anspruch zu genügen und den Worten von Karl Kraus gerecht zu werden. 

 

Die Sängerin Caroll Vanwelden am Flügel erreicht gemeinsam mit ihren musikalischen Partnern ein Maß an Intensität, Emotionalität und Ausdruckskraft, die den Sonetten eine neue Dimension verleihen.

 

Durch die Vertonung rückt sie den großen Dichter über vier Jahrhunderte hinweg unversehens in die Nähe berühmter Jazzlibrettisten. Es wäre vermessen, die Psychologie zu bemühen, um zu erklären, warum die Belgierin die Stimmung des Autors mit ihrem Gesang so treffend interpretiert: Das Objekt der „Shakespeare Sonnets“ ist nämlich ganz unüblich ein junger Mann.

 

Jedenfalls hat die Künstlerin eine originäre und kunstvolle Präsentationsform gefunden, die die Herzen der Zuhörer gefangen nimmt und uneingeschränkte Bewunderung verdient.

 

(km)

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