![]() |
|
|||||||
| Registrieren | Karte | Impressum | Hilfe | Benutzerliste | Kalender | Suchen | Heutige Beiträge | Alle Foren als gelesen markieren |
| Allgemeiner Jazz-Talk Hier geht's querbeet um alles was mit Jazz auch nur im entferntesten zu tun hat... |
![]() |
|
|
Themen-Optionen | Ansicht |
|
#1
|
||||
|
||||
|
Hallo allerseits,
letzten Montag war ich bei der Ausstellungseröffnung von Manfred Rinderspachers Jazzfotografien in der Stadtbibliothek Ludwigshafen. Ich bin schon seit Jahren ein großer Fan seiner Fotos. Es gibt kaum einen Fotografen, der punktgenau wie er Musiker im entscheidenden Augeblick erhascht. Obwohl seine Schwarz-Weiß Bilder oft unter den typischerweise widrigen Lichtverhältnissen in Jazz-Konzerten aufgenommen werden, gelingt es ihm durch gekonntes Spiel mit dem Licht die Motive optimal in Szene zu setzen und bei einigen Bildern ist die Umsetzung auf die großformatigen Abzüge der Ausstellung (mindestens 50 x 70 cm) technisch perfekt. Da macht neben den hervorragenden Motiven schon allein die sorgfältige Ausarbeitung, der tonale Reichtum der Grautöne auf den Abzügen größte Freude. Leider muß ich hier dann aber auch den Wermutstropfen der Ausstellung erwähnen. Vor einigen Jahren hat Rinderspacher damit begonnen digital zu fotografieren. In der Ausstellung findet sich ein Mix von älteren Aufnahmen die auf Film aufgenommen wurden und eine Mehrzahl neuerer Abzüge vom Chip der Digitalkamera. Die Genauigkeit der Beobachtung, das Abdrücken im richtigen Augenblick, diese Qualitäten finden sich auf allen Abzügen. Der Unterschied zwischen Film- und Digital-Aufnahmen der großen Abzüge an den Wänden ist allerdings frappant. Aus vier, fünf Metern betrachtet ist das ein noch nicht allzu auffälliges Problem auch wenn die Aufnahmen etwas kühler und weniger differenziert wirken. Aus der Nähe betrachtet sind einige der Digital-Bilder allerdings von fast erschreckender Qualität: Wo die vom Film vergrößerten Bilder noch ein fein abgestuftes Spiel von Tonwerten zeigen (und damit sowohl aus der Entfernung als auch aus der Nähe ausgewogener, hochwertiger wirken), sind bei den Digitalaufnahmen in den Schatten nur noch üble digitale Artefakte zu sehen. Für fein abgestufte Tonwerte bleiben keine Reserven, Haare haben die Optik von Drahtbürsten... Sollte jemand einmal in entfernteren Zeiten die Fotografien des frühen 21 Jahrhunderts mit denen des ausgehenden 20. Jahrhunderts vergleichen, so wird er sich fragen, warum die technische Qualität der Fotografie derart nachgelassen hat, eigentlich ohne Not. Das ist zwar sicher nur eine Übergangsphase - in drei, vier Jahren ist die Digitalfotografie vermutlich auf dem gleichen Stand wie heute die filmbasierte Kleinbildfotografie – aber es ist trotzdem ein Jammer, daß zum jetzigen Zeitpunkt selbst ein Könner wie Rinderspacher letztlich aus ökonomischen Gründen (welcher professionelle Fotograf hat noch die Zeit Filme zu entwickeln oder gar selbst Aufnahmen zu vergrößern? ...und das auch noch für Jazzfotografie...) technisch einen Schritt zurückgeht. Vielleicht ist es eine etwas snobistische Einstellung, schließlich bezieht sich die Problematik ja im wesentlichen auf die großformatigen Abzüge und davon lebt kein Jazzfotograf, bedauerlich ist der optische Rückschritt durch den „technischen Fortschritt“ aber allemal. Allemal lohnt sich allerdings trotz der genannten Einschränkungen der Besuch der Ausstellung! Grüße Frank
__________________
www.schindelbeck.de |
|
#2
|
|||
|
|||
|
Meine Digital-Kamera bringt glaub ich sogar wenig Artefakte, dafür mangelt ihr es vor allem bei Dunkelheit katastrophal an Schärfe. Man muß schon sehr genau die Kritiken der Kameramodelle studieren und die Schwächen dieser Technik im Allgemeinen, bevor man sich zu ernsthafteren Zwecken eine solche anschafft. Eine Kamera, die im Dunkeln versagt, ist für Jazz definiv nichts wert. Zum Glück habe ich nicht viel investiert, als Schönwetterkamera für den Sommerurlaub harrt die Kamera nun neuer Aufgaben, Musiker kommen bis auf weiteres vor die Chemikal-Kamera, da braucht man nur einen empfindlicheren Film einzulegen, unkomplizierte Blitzprogramme erlauben Tochterblitzverwendung, und der Autofokus ist nicht durch digitale Tricks wegrationalisiert.
Wer allerdings bis vor etwa einem Jahr, als der Markt mit Digikamera-Topmodellen überschwemmt wurde, d.h. wie Rinderspacher vor diesem Zeitpunkt noch mit urtümlicher Digitalausstattung der ersten Generation fotografierte, für den sind das auch hinnehmbahre Pionier-Mängel, für die jetzt erst technische aufwändige Lösungen in Hard- Middle- Firm- und Soft-wareform zur Verfügung stehen. In den letzten Jahren sind ja auch zahlreiche Kinofilme mit Videokamera gedreht worden, Buena Vista etwa, hier ist zu hoffen, daß diesen Digitalfreaks entweder mal jemand erklärt, das Leinwandfilme auf 35mm Film gehören, oder ihnen zehnfach höher auflösende Artefakt- und problemfreie Digivideokameras zur Verfügung stellt, das das Bild im Kino wenigstens erträgliche Qualität bekommt. |
|
#3
|
|||
|
|||
|
Also was da in der Stadtbibliothek zu sehen ist, zahlreiche großformatige Schwarzweißbilder an Stellwänden und in Rahmen unter der Fensterfront, das ist die beste Jazzfotoausstellung, die ich je gesehen hab, sonst hab ich allerdings auch nur die gesehen, die am Rande von Jazzfestivals oder im Jazzhaus HD zu sehen sind. In Ludwigshafen nun einmal Jazzbilder fern von Podien, mitten in der Regalelandschaft der Bücherei, wirken die Fotos trotzdem überragend und rufen viele der Musiker wieder lebhaft ins Gedächtnis. Auch manche Namen, die man vielleicht nicht kennt sind dabei. Nicht nur reine Porträts musizierender Jazzer, auch manch ein Schnappschuss dabei, Heinz Sauer beim Einatmen, oder Lukas Niggli in schlagzeugerischer Ekstase z.B.
Fazit: klasse Ausstellung eines Weltklasse-Fotografen |
|
#4
|
||||
|
||||
|
>Meine Digital-Kamera bringt glaub ich sogar wenig Artefakte,
Was ist da für eine ? Ich denke doch langsam daran mal ernsthaft ins Digital-Lager zu springen... >Allgemeinen, bevor man sich zu ernsthafteren Zwecken eine >solche anschafft. Eine Kamera, die im Dunkeln versagt, ist >für Jazz definiv nichts wert. Zum Glück habe ich nicht viel Das ist aber - soweit ich es sehe - immer noch ein grundlegendes Problem aller bezahlbaren Digi-Kameras, sie sind einfach zu lichtschwach. >weiteres vor die Chemikal-Kamera, da braucht man nur einen >empfindlicheren Film einzulegen, unkomplizierte >Blitzprogramme erlauben Tochterblitzverwendung, und der Pfui, wer blitzt den bei Konzerten! >Autofokus ist nicht durch digitale Tricks wegrationalisiert. ? >Wer allerdings bis vor etwa einem Jahr, als der Markt mit >Digikamera-Topmodellen überschwemmt wurde, d.h. wie >Rinderspacher vor diesem Zeitpunkt noch mit urtümlicher >Digitalausstattung der ersten Generation fotografierte, für >den sind das auch hinnehmbahre Pionier-Mängel, für die jetzt >erst technische aufwändige Lösungen in Hard- Middle- Firm- Weißt Du, mit welcher Digiknipse MR fotografiert hat? >und Soft-wareform zur Verfügung stehen. In den letzten >Jahren sind ja auch zahlreiche Kinofilme mit Videokamera >gedreht worden, Buena Vista etwa, hier ist zu hoffen, daß >diesen Digitalfreaks entweder mal jemand erklärt, das >Leinwandfilme auf 35mm Film gehören, oder ihnen zehnfach >höher auflösende Artefakt- und problemfreie Digivideokameras >zur Verfügung stellt, das das Bild im Kino wenigstens >erträgliche Qualität bekommt. Ich kann mich erinnern, wie vor einige Jahren die ersten digital aufgenommenen Tatort-Filme im Fernsehen liefen - da ist mir erstmals aufgefallen *wie schlecht* die im Vergleich zu Film waren. Das waren aber auch mit die allerersten digitalen Sachen im TV AFAIK - das dürfte mittlerweile besser geworden sein. Mangels Fernsehen kann ich die aktuelle Qualität nicht beurteilen. Interessanterweise ist die miserable Qualität dieser genannten Tatort-Filme nicht allen Mitsehern so ins Auge gesprungen wie mir. Vielleicht ist man durch die Photographiererei doch etwas sensibler... Gruß Frank
__________________
www.schindelbeck.de |
|
#5
|
||||
|
||||
|
>Also was da in der Stadtbibliothek zu sehen ist, zahlreiche
>großformatige Schwarzweißbilder an Stellwänden und in Rahmen >unter der Fensterfront, das ist die beste >Jazzfotoausstellung, die ich je gesehen hab, sonst hab ich >allerdings auch nur die gesehen, die am Rande von >Jazzfestivals oder im Jazzhaus HD zu sehen sind. In Die am Rande von Jazzfestivals sind aber oft *ziemlich gut*. Mit meinen kritischen Anmerkungen wollte ich natürlich nicht die photographische Leistung von Rinderspacher im mindesten heruntersetzen - ich hoffe, das kam klar rüber. >Fazit: klasse Ausstellung eines Weltklasse-Fotografen Am Eröffnungsabend standen einige Aufnahmen (z.b. Don Cherry oder Michel Petrucciani) unaufgehängt hinter der Band des Abends. Hängen die dort mittlerweile auch noch irrgendwo? Das schienen mir frühere Werke zu sein, vielleicht gab es für die einfach keinen Platz mehr ?! Gruß Frank
__________________
www.schindelbeck.de |
|
#6
|
|||
|
|||
|
<font size="1"> <font color="#000000"> LETZTE BEARBEITUNG am: Feb-15-05 um 23:02Uhr (GMT)</font>
Hallo Frank bei meiner Digitalkamera hab ich mich darauf verlassen gehabt, daß es das Nachfolgemodell eines als gut getesteten Gerätes war. Es fing schon damit an, daß die Kamera mit Batterien nicht länger als 3 Minuten funktionieren wollte, ich mußte mir Akkus samt Ladegerät anschaffen. Und dann der unzuverlässige Autofokus, der im Dunkeln garnichts taugt, und garkein richtiger ist: Jede normale Kleinbildkamera hat so eine Art Entfernungsmesser eingebaut, einige Digitalkamerahersteller verlassen sich wohl darauf, daß man das Teil irgendwie mit Pixelrechentricks ersetzen könnte, aber Pustekuchen. Das gute Testurteil muß aus Sympathie für die prima Bedienelemente und das intelligent geschützte Objektiv der Minolta dimage X20 zustandegekommen sein, manchmal sehen selbst ausgebuffte Stiftungwarentester über wesentliche Mängel hinweg, wenn ihnen ein Gerät irgendwie gefällt. Gottseidank ist das die Ausnahme und nicht die Regel. Wer blitzt bei Konzerten? Je nach Kamera- und Filmausstattung brauch' ich Blitz oder nicht. Die Spiegelreflexkamera mit dem hochempfindlichen Film, die mit ihrem Klick kaum mehr stört als so ein kleiner Blitz, ist auch nicht immer zur Hand, während eine APS-Kamera zur Not noch in der Hosentasche mit unterzubringen ist, besser in einer Jackentasche. Je nach Umständen und Laune bleibt sie da auch, aber es ergeben sich immer wieder Gelegenheiten, auch diese kleinen Blitzer zum Einsatz zu bringen, meist in Clubs, wenn nicht so viele Leute da sind. Manche Lokationen sind mit Blitz garnicht machbar, z.B. das Cave54 in Heidelberg, nicht weil es verboten wäre, sondern weil Blitzbilder von dort einfach nichts vom Cave rüberbringen. Die kleinen Digitalos brauchen ja auch meistens den Blitz. Eine letztens gut getestete kleine mit ISO 800-Empfindlichkeit soll aber nur eine mäßige Bildqualtität liefern (schon wieder so ein Fehlurteil: "gut" bei mäßigen Bildern, ts, man muß bei den Tests wirklich sehr kritisch hinschauen, und bei den dann tatsächlich zur Auswahl stehenden Teilen auch nochmal) Nur die digitalisierte Canon Spiegelreflex kann bis zu ISO 1600. Eine digitale, die wahrscheinlich auch klickt x( Gruß, Uwe http://www.baeng-2000.de/Unsere_Them...erspacher.html |
|
#7
|
|||
|
|||
|
|
![]() |
| Lesezeichen |
| Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1) | |
| Themen-Optionen | |
| Ansicht | |
|
|
Ähnliche Themen
|
||||
| Thema | Autor | Forum | Antworten | Letzter Beitrag |
| Ausstellung: jazz giants and local heroes | Uwe Kulick | Veranstaltungs-Hinweise | 0 | 04.12.2005 00:04 |
| Tipp fuer Manfred und auch alle Anderen | FunkyGhost | Allgemeiner Jazz-Talk | 6 | 16.03.2004 08:10 |
| Manfred Dierkes im Glaskasten Berlin | yoyo | Veranstaltungs-Hinweise | 0 | 24.03.2002 22:03 |
| tony und manfred | jgkgbs | Allgemeiner Jazz-Talk | 4 | 10.09.2000 23:16 |