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| Allgemeiner Jazz-Talk Hier geht's querbeet um alles was mit Jazz auch nur im entferntesten zu tun hat... |
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#1
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André Nendza schrieb:
>Jeder Künstler und jeder Mensch, der in Zeiten, in denen die >Wertigkeit sowohl handwerklicher wie künstlerischer Arbeit >zunehmend abnimmt und durch den Fluß von Kapitalströmen >ersetzt wird, etwas Kraft seiner Hände und seiner >Kreativität erschafft, hat grundsätzlich meinen Respekt. Ist das wirklich so mit der Kunst und dem Kapital? Das fragt sich und Euch, J. |
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#2
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Künstler sind oft da, wo sie Kunst produzieren, unter sich, und da wo es das Geld zu verdienen gibt ist hohe Kunst wenig gefragt. Hier gibt es bald eine neue Jam-Session an einem Spielort, wo früher mal ein erfahrener Jazz-Bassist aus der Gegend hochwertige Jazz-Matineen organisiert hatte. Statt wie früher jeden Sonntag hochklassigen Jazz jetzt nur noch einmal monatlich eine Jam-Session. Unter Leitung eines beliebten local hero zwar, aber wahrscheinlich für den Wirt auch preisgünstiger als früher jedes einzelne der vielfältigen Gastspiele.
Künstlerisch gibt es ja vielleicht dann doch was her, aber bei der Schauspielerei ist es auch nicht anders: Für eine paar Minuten im Fernsehen gibt's ordentlich Gage, für die kreativen Momente im Schauspielerleben auf immer seltener subventionierten Bühnen gibt's die Hauptrolle oft fast auch nur noch zum Statistenlohn. Wenn der Künstler kraft seiner Hände etwas erschafft, was man nicht mit nach Hause nehmen kann, Musik, Theater, verdient er dann mehr als meinen Respekt, mein Geld etwa? Und wenn ich es zu zahlen bereit bin, sind andere in der heutigen Zeit überhaupt noch dazu in der Lage? Da soll man nun gerade in diesen Zeiten sein Geld in Kapitalanlagen stecken, für die eigene Rendite für die Rente ebenso wie für die Kapitalströme. Da wird mit Hochrisikoangeboten aber auch viel Geld einfach umverteilt und zu selten tun die Papiere wieder richtig rehaussieren. Also doch besser in Kunst investieren? Welche zum mit nachhause nehmen? Bilder, Plastiken? schön anzusehen wenigstens. Im Gegensatz zu Charts. Apropos Charts, ich hab lang keine Bigband mehr live gehört. Da gehört wirklich mal ein Manko in praktischer Musikhörerübung beendet. Fazit: Kompromißfindung, die die Absicherung der Zukunft nicht auf Kosten der Gegenwart in den Vordergrund stellt. Future-presence-balance. Wäre doch ein schöner Marketingbegriff für unsere Kapitalströme. Aber halt, nicht die Vergangenheit vergessen. Da war doch was? Ach ja, das schöne Musikerlebnis in ... . Hab ich da doch etwas mit nach hause genommen von dem, wofür ich Eintritt bezahlt habe? |
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#3
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Morgen zusammen!
>Künstler sind oft da, wo sie Kunst produzieren, unter sich, >und da wo es das Geld zu verdienen gibt ist hohe Kunst wenig >gefragt. Das stimmt nicht. Es gibt immer noch einen (sehr kleinen) Kreis von Kunst und Kulturinteressierten Menschen, die regelmäßig Konzerte Besuchen, Ausstellungen organisieren usw. Hier im Süden von Köln fallen mir eine ganze Reihe von Spielstätten ein, wo interessiertes Publikum auch neue und unbekannte Kunst genießt. Und obendrein werden auch noch akzeptable Gagen gezahlt. Dabei handelt es sich natürlich nicht um Jazzclubs... >aber wahrscheinlich für den Wirt >auch preisgünstiger als früher jedes einzelne der >vielfältigen Gastspiele. Das hast du sicher völlig Recht mit. Die Gastwirte schauen auch nicht auf Kunst, sondern auf Umsatz. Weswegen gibt es denn sondt noch immer "Jazzfrühschoppen" mit zweifelhaften Dixie-Bands? Aber wöchentliche, anspruchvolle Programme kann sich vermutlich auch leider keiner mehr leisten. Ich gehe auch nicht mehr so viel aus, wie früher und das hängt nicht nur mit dem Alter zusammen, sondern mit gestiegenen Preisen. Letztlich muss man sich doch als Künstler/Jazzmusiker in den meisten fällen selber subventionieren. Wenn ich also vier Tage die Woche als Gitarrenlehrer arbeiten gehe, kann ich es mir leisten, eine schöne CD zu produzieren, zufrieden damit zu sein, dass ich die Kosten (und ein bißchen mehr) wieder rein bekomme und vielleicht auch noch 20 schöne Gigs mit dem Programm zu spielen. Als Jazzmusiker hatten wir ja nie den subventionierten Kulturbetrieb, der uns mit schönen Gagen ausgestatt hat. >Apropos Charts, ich hab lang keine Bigband mehr live gehört. >Da gehört wirklich mal ein Manko in praktischer >Musikhörerübung beendet. Sorry, das gehört jetzt natürlich nicht in diese Forum, aber ich schreibe es trotzdem: Am 19.11. kann man in Troisdorf (zw. Köln und Bonn) eine gute semiprofessionelle Big Band live hören. Mit zwei ausgezeichneten Gastsolisten.... Um 20.00 Uhr. Das war's schon! Aber die Kunst mit den Kapitalströmen in Zusammenhang bringen... Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Mehr mit Strömen der gesellschaftlichen Entwicklung oder so. Schönen Tag noch Christian
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