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| Allgemeiner Jazz-Talk Hier geht's querbeet um alles was mit Jazz auch nur im entferntesten zu tun hat... |
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#1
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Hi @ll!
Von den legendären Aufnahmen dieses Labels bin ich schon seit langem fasziniert und habe inzwischen schon eine recht nette Sammlung von ca. 170 CDs von BlueNote Artists (Be-bop bis frühe Avantgarde).Würde mich freuen, hier Gleichgesinnte zu treffen für Gedankenaustausch. |
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#2
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Hallo, auf die alten Blue Note Sachen stehe ich auch immer noch sehr. Manche klingen auch unglaublich gut.
Meine bevorzugten Blue Note Musiker sind Grant Green, Larry Young, Herbie Hancock, Kenny burrell und noch viele andere. Gruß Tino |
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#3
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Ich hab keine besondere Affinität zu einem Label; deren Anliegen sehe ich eher kritisch. So war mir die Idee der Blue-Note-CD „New Directions“ (über die ich schon einmal geschrieben habe) zunächst suspekt: Nach dem Begeleittext der CD hat „Blue Note“ Greg Osby aufgefordert, junge Musiker auszuwählen, die mit ihrem persönlichen Stil die Firma am Weg ins Jahr 2000 überzeugend präsentieren, um mit ihnen alte Blue Note-Hits aufzunehmen. Eine Marketing-Idee also!
Aber Greg Osby bringt im Begleittext der CD noch einen anderen Aspekt ins Spiel: Die alten Blue Note-Hits waren in seiner Community der 60er Jahre „the sound of the city“. Der Vibraphonist, Stefon Harris, stellt den Bezug zur damaligen sozialen und politischen Aufbruchs-Stimmung („I’m black and I’m proud“) her. Die alten Hits stehen also nicht nur für Blue Note, sondern auch für schwarze Identität. Stefon Harris sagt allerdings, dass der spezielle Geist der Originale nicht wieder hergestellt werden kann und es darauf ankam, die Hits aus der eigenen, heutigen Perspektive zu spielen. Wer also den alten Geist sucht, am direkten, mitreißenden, unkomplizierten swing, der Eingängigkeit und der Party-Stimmung von Lee Morgans „The Sidewinder“ (1964) hängt, bleibt wohl besser beim Original. Wenn man sich aber von der Nostalgie losreißen kann und offen ist für die coolere, vertracktere, raffiniertere Gegenwart, dann ist „New Directions“ eine lässige Sache, denn das Moderne ist perfekt eingearbeitet in das Spiel mit den vergnüglichen alten Themen. Greg Osby hat als Jugendlicher in Funk-, Soul-, R&B- und Blues-Bands gespielt und hat daher diese Lässigkeit und Sinnlichkeit drauf, auch wenn er „Blues“ und all diese „Roots“-Merkmale heute weitgehend auslässt und für Retro-Fans daher „abstrakt“ klingt. Die CD war offenbar recht erfolgreich und zur „New Directions“-Tournee kamen überwiegend junge Leute, die begeistert waren (siehe Osby Interviews auf seiner Homepage). Und so sehe ich die CD als eine gelungene Einladung zu der für mich faszinierenden Musik, die Greg Osby unter eigenem Namen macht. Ich hab das über die CD „New Directions“ früher schon einmal geschrieben und es passt zu dem Thema, das mich jetzt im Zusammenhang mit der Diskussion hier im JazzTalk über die „Avantgarde“ nach wie vor beschäftigt: Welchen Stellenwert hat die unmittelbare, sinnliche Befriedigung, die einem Musik verschaff kann? Das gelang doch gerade bei den legendären Blue-Note-Aufnahmen so gut: Dass anspruchsvolle Musik „gut klang“, sodass sie zum „sound of the city“ wurde. Auch wenn Greg Osby nicht diese Volkstümlichkeit anstrebt: Seine Musik ist nicht nur höchst raffiniert, kultiviert, interessant, modern, komplex, eigenständig ... sondern für mich auch durch die Rhythmen, Sounds, Melodien, Improvisationslinien ... so befriedigend, dass ich sie fast zu jeder Zeit gerne höre. Aus ähnlichen Gründen beschäftigt mich zur Zeit auch viel die traditionellste CD von Steve Coleman „Rhythm in Mind“, die mich sehr an altes Blue-Note-Feeling erinnert und bei der neben jüngeren auch alte „Stars“ mitspielen. Mir kam die CD früher eher zu harmlos vor, aber zur Zeit mag ich sie gerade deshalb. Die CD gibt es zum Downloaden auf Steve Colemans Homepage: http://www.m-base.org/sounds.html |
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#4
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@mampf: Ich muss Dir natürlich recht geben, dass man den Anliegen von Labels im Allgemeinen eher kritisch gegenüberstehen sollte. Bei BlueNote ist es nur eben so, dass gerade die Musiker, die ich immer am meisten bewundert habe (Leute wie Horace Silver, Jackie McLean, Hank Mobley, Kenny Dorham) einfach in jener Zeit ihre besten Aufnahmen für dieses Label machten. Weil Du die Partystimmung von "The Sidewinder" erwähnst: Sicher hört man sich da besser das Original an, wenn man diese Groove sich gerade geben will. Interessanterweise ist es oft so, dass mir oft die weniger bekannten Aufnahmen der Künstler, in jenem Fall Lee Morgan besser gefallen als jene, die sich am besten verkauften.
@Tino: Auch ich stehe sehr auf die von Dir genannten Musiker. Bei Grant Green und Larry Young ist es ja überhaupt so, dass sie für besagtes Label fast exclusiv unter Vertrag waren. Von Larry Young fand ich phantastisch: "Unity" mit Woody Shaw, Joe Henderson und Elvin Jones. |
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#5
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Moin Satin Doll,
Du sprichst mein absolutes Lieblingsthema im Jazz an – Blue Note Aufnahmen der 50er und 60er Jahre. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass Musiker, die in dieser Zeit für unterschiedliche Label Aufnahmen veröffentlicht haben, bei Blue Note ihre beste Einspielung getätigt haben. John Coltrane’s ’Blue Train’, um nur eine zu nennen, hat übrigens gerade Goldstatus erreicht. 500.000 verkaufte Einheiten in knapp 45 Jahren!!! Grant Green - Idle moments, die Aufnahmen von Curtis Fuller, Don Cherry – Symphony for improvisors, Grachan Moncur III mit Jackie McLean auf diversen Einspielungen, die Bud Powell Aufnahmen aus den 50ern, Paul Chamers ’Bass on top’, die B3er Sachen mit Big John Patton, Jimmy Smith u.a. oder dieser Wahnsinnssound von Ike Quebec, oder ... ... und für’s Auge diese teilweise wunderschönen Cover! |
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#6
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Dazu gibt es auch einen fetten Hochglanzkatalog. Es macht schon Spaß darin zu schmökern.
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#7
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Hallo Hermann, meinst du das Buch: The Blue Note Years? Das ist ein tolles Foto Buch, hab' ich auch.
Gekauft bei unserem Jazz Talk Kollegen Walter Lachenmann. Von dem liest man hier auch gar nichts mehr.Wahrscheinlich hat er sich mittlerweile mit der Rechtschreib-Reform abgefunden :7 Gruß Tino |
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#8
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>Moin Satin Doll,
> >Du sprichst mein absolutes Lieblingsthema im >Jazz an – Blue Note >Aufnahmen der 50er und 60er >Jahre. Es ist ja hinlänglich >bekannt, dass Musiker, die in >dieser Zeit für unterschiedliche Label >Aufnahmen veröffentlicht haben, bei Blue >Note ihre beste Einspielung getätigt >haben. John Coltrane’s ’Blue Train’, naja, ob das nun die "beste" Einspielung von Coltrane war? >um nur eine zu nennen, >hat übrigens gerade Goldstatus erreicht. >500.000 verkaufte Einheiten in knapp >45 Jahren!!! > >Grant Green - Idle moments, die >Aufnahmen von Curtis Fuller, Don >Cherry – Symphony for improvisors, >Grachan Moncur III mit Jackie >McLean auf diversen Einspielungen, die >Bud Powell Aufnahmen aus den >50ern, Paul Chamers ’Bass on >top’ die Platte enthält eines der lustigsten Drumsolos, die ich kenne, letzte Nummer auf der Platte, die B3er Sachen mit >Big John Patton von John Patton gibt es aus den 90ern sehr tolle Aufnahmen beim Label DIW mit dem fantastischen Ed Cherry, Jimmy Smith >u.a. oder dieser Wahnsinnssound von >Ike Quebec, oder ... > >... und für’s Auge diese teilweise >wunderschönen Cover! Fazit, blue note ist einfach klasse |
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#9
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Tino
Das Buch kenne ich auch (aus der Bücherei), meine aber den CD-Katalog, den hab ich am Freitag bei Saturn mitgenommen, wirklich aufwendig, die Leute haben Geld. |
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#10
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Hallihallo!
Ich finde, daß das, was Blue Note zum “Kultlabel” macht, ja nicht zuletzt daher rührt, daß hier gleich mehrere Aspekte zusammenkommen: Der Gründungsmythos (zwei jüdische Flüchtlinge aus Deutschland gründen, nachdem sie im Diamantenhandel gescheitert waren, ein Jazz-Label) die starke persönliche Prägung (Label-Chef produziert fast alle Aufnahmen eigenhändig, während sein Kompagnon im Studio die Musiker fotografiert), der typische Sound (der z.T. in Rudy van Gelders zum Studio umgebauten Wohnzimmer aufgenommenen Platten), die „Corporate Identity“ der obercoolen Cover-Gestaltung von Reid Miles. Von den hier versammelten Musikern ganz zu schweigen. Oft kopiert, nie erreicht! Kennt Ihr den Dokumentar-Film BLUE NOTE von Julian Benedikt? Grüße, Jürgen. |
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