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| Allgemeiner Jazz-Talk Hier geht's querbeet um alles was mit Jazz auch nur im entferntesten zu tun hat... |
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#1
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Ich brauche mal wieder Hilfe bei einer Kaufentscheidung (2 sehr güstige Angebote):
1. Charles Mingus - "The Complete Debut Recordings" (12-CD-Box). Das ist das Frühwerk von Mingus und umfaßt den Zeitraum 1951-1957. 2. Art Pepper - "The Complete Galaxy Recordings" (16-CD-Box). Hierbei handelt es sich um seine letzte Schaffensphase, den Zeitraum 1977-1982. Lohnt sich ein Kauf? Vielen Dank im voraus, Gruß Reinhard |
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#2
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hallo reinhard,
mein kommentar zu deiner anfrage: 1. die kompletten debut aufnahmen von mingus würde ich mir nicht unbedingt zulegen. viele produktion aus der damaligen zeit sind stückwerk und irgendwie nicht überzeugend. mingus hatte in den frühen 50ern offensichtlich eine vorliebe für experimente mit dem cool jazz seine mitstreiter waren u.a. die cool musiker john la porta (klarinette) und Hal McKusick (alto sax). ich habe die box nur ein oder zweimal gesehen. meine meinung dazu entstand aus meinen höreindrücken und dem oreos-buch über mingus. natürlich wird die box auch das berühmte massey hall konzert mit parker, gillespie und powell enthalten, aber das kann man sich auch einzeln zulegen. die richtige mingues musik beginnt meiner meinung nach etwa 1955 mit dem mitschnitt aus dem "bohemia cafe". dieses quintet spielt erstmals den frühen, typischen mingus jazz. ab 1956 gings dann auch mit studio alben bei mingus so richtig los...."pitecanthropus erectus", "the clown", "tijuana moods" usw. 2. zu den galaxy aufnahmen von pepper kann ich wenig sagen. habe vor einigen jahren mal ausschnitte daraus gehört, besitze sie allerdings nicht. eins kann ich dazu allerdings bemerken. peppers stil in den 50er jahren würde ich als coolen bebop bezeichnen. lupenrein gespielt und auf schönklang bedacht. während seines langen gefängnisaufenthaltes in den 60er jahren (er verbrachte den größten teil seiner karriere im knast) lernte er die musik von coltrane und anderen vertretern der damaligen avantgarde kennen. er spielt bis zu seinem tod 1982 zwar weiterhin bebop, hatte aber gewisse einflüsse des "new thing" aufgenommen und verarbeitet. kurzum: auf den galaxy aufnahmen spielt er zwar immer noch wie pepper, aber freier. sein saxophon kann auch schreien und gelegentlich explodieren. solltest du also nur den "50er-jahre-pepper" kennen, wirst du überrascht sein - möglicherweise sogar positiv....kurzum..ich habe nicht viel galaxy aufnahmen gehört, weiss aber wie pepper zu diesem zeitpunkt spielte...deshalb würde ich dor ohne bedenken zuschlagen. übrigens gibt es eine sehr lesenswerte art-pepper-autobiographie: "straight life". schildert das erschütternde leben eines heroinabhängigen jazzmusikers....ein authentisches dokument aus seiner feder... okay, soweit für heute. mit diesem beitrag verabschiede ich mich für die nächsten tage schönes wochenende an alle gruß nils |
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#3
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hi
art war in seiner letzten schaffensphase wohl nicht mehr so der bringer, wenn man das überhaupt über jemanden sagen darf, der so musikalisch war...die anderen aufnahmen von m. kenn ich nicht gruß ulli |
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#4
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Hallo Nils,
ich bin deiner Empfehlung gefolgt und habe mir die Art Pepper-Box "Complete Galaxy Recordings" angeschafft - und, obwohl ich *erst* 6 CDs davon gehört habe: Ich bin begeistert. Ich kannte bis dato nur eine Aufnahme von ihm als Leader aus dem Jahre 1953 ("Surf Ride") - 'West-Coast/Cool Jazz', nicht schlecht, aber auch nicht so beeindruckend, daß ich nach weiteren Aufnahmen gesucht hätte. Im Gegensatz dazu überzeugen mich die Aufnahmen aus seiner letzten Schaffensperiode (1978-1982) 100%ig! Anleihen an John Coltrane sind zu spüren, wunderbares Altsaxophon-Spiel (zeitweilig Klarinette), traumhafte Balladen ("September Song"). Die Basis ist zweifellos der Bop bzw. Post-Bop, aber auch die Erforschung neuerer Ausdrucksformen (besser kann ich's nicht beschreiben). Beteiligte Musiker sind z.B.: Ron Carter, Stanley Cowell, Tommy Flanagan, Charlie Haden, Billy Higgins, Cecil McBee und immer wieder, nach Aussagen von Art Pepper "sein Lieblings-Pianist", George Cables. Wie du schon erwähnt hast, muß wohl auch seine Autobiographie sehr beeindruckend sein, wird sie doch ob ihrer 'brutalen Offenheit' als eines der 'ehrlichsten Zeugnisse eines Musikers' gerühmt (gibt es aber sicherlich nicht in deutscher Übersetzung, oder?). Abschließend sei noch angemerkt: Die Box ist im LP-Format und somit auch das Booklet: Endlich kann man mal wieder im Sessel sitzen, die Musik hören und die Titelfolge im Booklet bequem verfolgen - ohne Leselupe (die ich mir tatsächlich für andere CD-Booklets angeschafft habe). Des weiteren: Cover-Abbildungen, die man erkennen kann und Fotografien, die man als solche bezeichnen kann. Also rundum gelungen!! Gruß Reinhard |
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#5
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hallo reinhard,
freut mich, dass die box ein volltreffer ist. nach deinen ausführungen glaube ich, dass mir noch wichtiges pepper-material fehlt. werde deshalb demnächst mal schauen, ob ich dieses cd-set irgendwo auftreiben kann.... also dann viel spaß beim weiterhören.... gruß nils PS. übrigens die frühen, von mir so gelobten mingus-aufnahmen aus dem "Cafe Bohemia" sind auf debut erschienen und deshalb auch in der mingus-box enthalten. würde mir diese beiden platten aber eher einzeln kaufen. |
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