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Der Jazzer im Himmel
Jörg Rüger, Saxofonist bei der Kapelle DR. JAZZ, zelebrierte ein Solo des Liedes "Oin, Wei, Zwoi Wei, I sauf ao zwelf Wei" mit solcher Hingabe, dass er vom Schlage gerührt zu Boden fiel und starb. Zwei Engel zogen ihn mit vieler Mühe in den Himmel, wo er von St. Petrus aufgenommen wurde. Der Apostel gab ihm ein Akkordeon und machte ihn mit der himmlischen Hausordnung bekannt. Von acht Uhr früh bis zwölf Uhr mittags »FROHLOCKEN, langsamer Blues«, und von zwölf Uhr mittags bis acht Uhr abends »HOSIANNA SINGEN, schneller Blues«. - »Ja, on wann gibt´s do hoba ebbes zom Trenka?« fragte Jörg. - »Sie werden Ihr Manna schon bekommen«, antwortete Petrus. »Au verreck!« dachte der neue Engel, »des fangt jo guat a!« Jörg setzte sich wie befohlen auf eine Wolke und begann zu frohlocken: “Oin Wei, zwoi Wei, I mog au drei Wei”. (Zu singen nach der Melodie von ´Ice Cream´) In diesem Moment sah er Peter Bühr von den Flat Foot Stompers, und schon erwachte in ihm der alte Zorn über die vermeintliche Erdenkonkurrenz. »Dilledant, Nexkenner, Dagdiab, elender!« schrie er, »Send Ihr jetzt au scho dohoba? Ihr kennat jo net amol recht en a Pfeif neiblosa« Und er versetzte dem vermeintlichen Konkurrenten einige Hiebe mit dem himmlischen Ziagamlederle. Der solcherart Malträtierte streckte die Zunge heraus und verabschiedete sich mit einem freundlichen "Leck mi doch am Arsch, bisch jo bloß neidisch!" Dem Jörg war´s nun kaum wohler und er fing richtig garstig wieder an zu frohlocken: “Oin Wei, ...” Ein ganz vergeistigter Klavierspieler namens Jürgen Gröner aus Endersbach schwebte an ihm vorüber. - »He, Sia! Sia, Herr Nochber! Herr Nochber! »Hend se vielleicht a Zigarettle?« Der Klavierengel lispelte aber nur »Keep Swinging« und flog weiter. »Ja, was isch denn des für a Huatsempl? No hoscht halt nex zum Raucha, Du Engel, bleder! Grasdackl, Dorfdepp!« Dann fing er wieder zu singen an, allerdings bedeutend zorniger: »OinWei, Hallelujah, zwoi Wei, Hallelujah, Luja sag I, Lujah!! Er schrie so, dass nebenan der liebe Gott von seinem Mittagsschlaf erwachte und ganz erstaunt fragte: »Was isch denn do für a Schofseckl bei ons droba?« Sogleich ließ er den Petrus kommen, und sie hörten zu zweit den Engel Jörg frohlocken. »Elf Wei, zwelf Wei, Durschd han I, Hallelujah, Luja sag I ! Herrgottsakrament Hallelujah! Petrus raste los und führte sogleich den Engel Jörg vor den lieben Gott. Der sah ihn sich lange an und sprach: »So So, Ja ja! En Remstäler! - Jetzt saget se amol, worom plärret Se denn so jesasmäßig?« Aber da war er beim Jörg grad an der rechten Adresse: “Ja was glaubet Sia denn? Weil Sie der liebe Gott send soll I do droba em Hemml senga wie en Laubfrosch. I han no nia gsoga, und no seng I erscht recht net! Od zom Trenka gibt´s au nex. A Manna hat er gsagt däts gebba. A Mannah. Aber i trenk koi Mannah. Des kannsch selber Saufa. Do bewirtscht Deine Gäscht mit. I will a Viertele!!” »Petrus«, sagte der liebe Gott, »Den kenna mer do hoba grad net braucha. Mit seiner Musik können wir ihn leider nicht ausreichend beschäftigen. Fast alle anderen Jazzer sind beim Teufel in der Hölle. Aber ich habe da eine Idee. Er soll meine göttlichen Ratschlüsse ins Remstal tragen. So kommt er jede Woche ein paarmal da hinunter«. Als er das hörte, da war der Jörg sichtlich erleichtert. Und er bekam auch gleich einen Ratschluss für den Oberbürgermeister aus Beutelsbach und flog ab. Allein, nach seiner alten Gewohnheit ging er mit dem Brief zuerst in Häfners Besagärtle nach Geradstetta. Und da traf er auch gleich die Sylvie und den Wolfgang, und er bestellte sich a Viertele ond no oins und no oins, ond no oins. Ond do sitzt er heit no. Und deshalb wartet von Tag zu Tag so mancher Schultes im Remstal vergebens auf die göttlichen Eingebungen. |
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#2
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weit besser bekannt (da das Original) als:
"Der Münchner im Himmel" von Ludwig Thoma
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Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche. |
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#3
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Das soll von einem gewissen Ludwig Thoma sein? Der ist mir völlig unbekannt.
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