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Der Rhythmus kommt von einem der Laptops, die die beiden Musiker mit Eigenproduktionen gefüttert haben. Ein wenig verrucht, aber keineswegs rau sowie später mit Elektronik manipuliert bei der Begleitung des Saxophons, spielt die Sängerin mit den in „All Blues“ mit Worten nicht minder virtuos als im anschließenden „Stella by Starlight“ von Victor Young. In der Regel werden die Gitarrensoli Eckerts dezent mit elektronischen Sounds ergänzt, weniger verfremdet. Vorherrschend sind Akkord-Reihungen an Stelle von Singlenote-Läufen - ganz in der Tradition eines Jim Hall, der mit konzentriert lyrischem Spiel einen natürlich wirkenden elektrischen Sound pflegte. Jünemann und Eckert erzeugen so Klänge und Rhythmen mit Swing und Lounge Stimmungoder reichern ruhige Balladen an, die von der hellen und klaren Stimme Kathrin Scheers abgerundet werden. Die ausdrucksstarken Interpretationen der Sängerin wecken zumeist Assoziationen an Bossa Novas und Sambas, bei „You don´t know, was love is“ eher an Jazz-Ladies wie Dinah Washington oder Billie Holiday.
Weit schwingende Spannungsbögen bauen die Musiker und die Sängerin mit Ostinati und Intensitätssteigerungen. Besonders reizvoll ist bei diesem spärlich besuchten Konzert in der Showbühne die Bearbeitung einer Geschichte von „Knopf und Zwiebel“ aus dem „Sapporo meets Janosch“-Projekt Eckerts, das auch auf einem empfehlenswerten kleinen Büchlein mit CD vorliegt.
Kathrin Scheer pendelt zwischen Sprechgesang und Vokalisen, die
Gitarren steuert helle Klangfarbenspiele bei und das Saxophon
schwebende Echos – wie überhaupt samtiger und lyrischer Sound das
Konzert prägte. Wenn Lyriker am Werk sind, ändern auch elektronische
Spielereien nichts an der Grundstimmung.. |
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Text &
Photographie Klaus
Muempfer im Juni 2008 |