Die Piano- und Multimedia-Künstlerin Megumi Masaki an der Musikhochschule Mainz, 5. Februar 2014

06.02.2014 17:58 von jazz (Kommentare: 0)

 

Megumi Masaki - Foto: Mümpfer

 

Text & Fotografie: Klaus Mümpfer

 

 

 „Was ist Klang?“, fragt Megumi Masaki zum Beginn des Konzertes in der Mainzer Musikhochschule. Die renommierte kanadische Klavier-Professorin und leidenschaftliche Verfechterin der Neuen Musik verbindet Klänge mit Farben. „Ich sehen den Klang“ versichert sie dem Publikum. Klangfarben und Klangfarbenspiele kennzeichnen die Interpretationen der preisgekrönten Künstlerin. MegumiI Masaki vollzieht die Musik ganzheitlich, verbindet das meisterhafte Klavierspiel in ihrer Performance, multimedial mit Visualität, Elektronik, Farben, Poesie und Bewegung sowie mit unorthodoxer Instrumentalisierung. Beispielhaft verschmelzen an diesem Abend in den Etuden von Nicole Lizée über Kubricks Film „Clockwork Orange“ elektronische Sounds mit dem akustischen Klavierklang in Unisono-Passagen und in duellierenden musikalischen Streitgesprächen sowie beides mit Filmsequenzen, die in die Musik integriert werden. Zwischendurch greift Masaki in die Saiten des Flügels oder lässt kleine Bälle auf ihnen tanzen. Rhythmische Ostinati und Melodievariationen erzeugen in der Verbindung mit den Bildern auf der Leinwand Hochspannung.

 

Dieses Konzert ist das dritte in der Reihe des interdisziplinären Forschungsprojektes „Music 4 Eyes & Ears“ der kanadischen Universität Brandon. Es beginnt mit einem videounterstützten Klavierkonzert des polnischen Intermedia-Komponisten Jaroslaw Kapuscinski und zeigt die Emotionen in den Gesichtern von Menschen aus zwölf Städten rund um die Welt beim Hören von Chopins Preludes, Opus 28. Von Kenneth Nichols stammt eine Interaktion von Piano und Lyrik aus der Feder von Di Brandt, zu der Masaki sich einen ihrer Meisterschüler als Rezitator holt.

 

„Outer Drive“ nennt der kanadische Pianist und Komponist Brent Lee sein Werk für Klavier, elektronische Sounds und Video. Warme, hingetupfte Single-Notes und Akkorde stehen in reizvollem Kontrast zu der blaugrauen Kühle von gefilmten Winterlandschaften und Stadtbildern von Christopher McNamara, die wiederum von der Elektronik illustriert und verstärkt werden. Die Live-Passagen auf dem Klavier lassen Raum für spontane Improvisationen, in die Masaki mit Vokalausbrüchen eingreift, während Elektronik und Video fixiert sind. Und zugleich werden alle multimedialen Elemente in dieser interdisziplinären, experimentellen, zeitgenössischen E-Avantgarde untrennbar miteinander verbunden. Mit den programmierten zufälligen Klangereignissen „Glitch“ und der Klaviervirtuosin Megumi Masaki wagt die Musikhochschule Mainz den Schritt in ein einzigartiges, neues interaktives Multimedia-Werk

 
 

 

 

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