Willkommen auf den Jazzpages

 

Die Fotogalerien gehören zu den beliebtesten Seiten auf den Jazzpages. Offensichtlich gibt es ein großes Interesse daran, Bilder vom Konzert bei dem man selbst vor Ort war zu sehen oder auch ganz allgemein ein Interesse an Jazzfotografie.

 

Leider entstehen diese Bilder immer in einem Spannungsfeld von Fotograf(en), Musiker und nicht fotografierendem Publikum. Und der Wind wir rauer. Es gibt eine zunehmende Zahl mittelwichtiger Jazzmusiker, die sich für Popstars halten: no images please. Tatsächlich gibt es gelegentlich vorgefertigte Verträge, in denen das Management fordert, dass Bilder vor Veröffentlichung – und das nur in bestimmten  Publikationen – vorgelegt werden müssen. Veranstalter, die von deren aufgeblasenen Managern ausgedachte Knebelvorschriften willfährig und rückgratlos 1:1 weiter reichen und ein Publikum, dass sich beim Konzert prinzipiell gestört fühlt, sich im Zweifel aber gern während des Solos mit der Nachbarin unterhält - und nachher nach den Bildern sucht.

 

Zugegeben: etwas spitz formuliert und natürlich weiß man als Fotograf sehr wohl, dass man für das Publikum möglichst unsichtbar sein sollte und mancher Veranstalter sehr wohl um den Ausgleich zwischen Künstlern und Fotografen bemüht ist. Trotzdem: wenn mir einer der besten Jazzfotografen schreibt: „Diese verdammte Reglementierung schon im Vorfeld  - nur am Anfang und nur von der Seite - wurde gestern am Eingang noch gesteigert mit *heute wird das sehr streng gehandhabt*“ und „langsam reichts... wuerde ich mir das nicht mehr antun“, dann ist die Balance nicht mehr gegeben.

 

Wohlgemerkt, es geht hier nicht um einen unsensiblen oder gar mit Blitz vor sich hinblitzenden Fotografen, sondern um einen mit jahrzehntelanger Erfahrung und unzähligen Veröffentlichungen. Wenn ihm so langsam der Spaß vergeht, dann stimmt die Balance der Interessen nicht mehr und Musiker und Veranstalter sollten sich Gedanken darüber machen, ob sie wirklich auf Bilder verzichten wollen, die für viele Konzertbesucher das Erlebnis abrunden und die Öffentlichkeitsarbeit von Musikern wesentlich unterstützen.

 

Frank Schindelbeck